Ein Löffelchen voll Zucker

Hunger. Der alte Spielverderber besucht mich meistens ab Kilometer 20. Im Training habe ich das Grummeln auf den letzten Kilometern bisher gut ausgehalten. Was aber wird beim Marathon, wenn ich doppelt so weit laufen muss? Ratschläge gibt es im Internet viele. Die einen bevorzugen Bananen, andere lutschen Energy-Gels und wieder andere schieben sich einen Marshmallow-ähnlichen Chip in die Backentasche, der im Mund langsam zergeht und langanhaltend Energie spenden soll.

Und ich? Ich verschlucke mich schon, wenn ich im Laufen versuche zu trinken. Weil ich aber in München nicht schon nach der Hälfte schlapp machen will, bleibt mir wohl nichts anderes übrig, als während des Laufs einen Happen zu mir zu nehmen. Was also ist die beste Variante? Bananen, Gels oder Wunderchip? Am Ende gar ein Wurstbrot?

Fakt ist: Gels sind wahre Energiebomben, der pure Zucker. Die meisten handelsüblichen Gels bestehen aus Glucose und Fructose, also Einfachzuckern. Die versorgen uns zwar sehr schnell mit Energie, dafür fällt der Blutzuckerspiegel auch sehr plötzlich wieder ab. Die Folge: Unterzuckerung und Hungerast. Außerdem ist das süße Zeug widerlich klebrig. Viele klagen nach dem Verzehr über Magenschmerzen.

Die sollen sich beim "Ultra Gel Chip" in Grenzen halten. Weil der Zucker über die Mundschleimhaut aufgenommen wird und direkt ins Blut geht, wird der Magen geschont. Dafür hat man die ganze Zeit einen Brocken Zucker in der Backe kleben und bekommt fürchterlichen Durst.

Mit Bananen könnte ich mich vermutlich am ehesten arrangieren. Sie enthalten vor allem Stärke, ein Mehrfachzucker. Zwar steht die aus ihr gewonnene Energie nicht gleich zur Verfügung, dafür hält sie den Blutzuckerspiegel länger auf hohem Niveau. Der Vorteil zu künstlichen Gels: sie liegt an der Marathonstrecke an Verpflegungsstationen bereit und enthält neben den Kohlenhydraten auch eine ganze Reihe an natürlichen Vitaminen und Mineralstoffen. Aufgrund ihrer weichen Konsistenz und dem hohen Wasseranteil ist die Banane leicht bekömmlich und kann gut verdaut werden. Zumindest wenn man sich an reife Exemplare hält. Sonst drohen ebenfalls Bauchkrämpfe.

Letztlich kommt es auch gar nicht so sehr darauf an, was man isst, sondern dass man seinen Magen vor dem Marathon daran gewöhnt. 42 Kilometer sind eine enorme Belastung für den Organismus und für Experimente deshalb ungeeignet. Die Hauptsache ist sowieso, dass man ausreichend trinkt - rund einen halben Liter pro Stunde. Mehr verträgt der Magen auch wieder nicht. Wem das an Erfrischung nicht reicht, bleibt nur, sich das Wasser reichlich über den Kopf zu schütten. Damit spart man sich die ganze Trinkerei und den Umweg über die Magenpassage.

Noch 29 Tage bis Tag X

Läufe: 3

Wochenkilometer: 30

Gemütslage: Nervös

Fazit Woche 26: Es geht in die heiße Phase. Viele fragen mich, ob ich es schaffe. Für das Können gibt es nur einen Beweis: das Tun.

 

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