Immer schön geschmeidig bleiben

Laufen macht die Beine fit, das Herz, die Lunge und den Geist. Trotzdem ist pures Lauftraining auf Dauer zu einseitig. Was nützen straffe Beine, wenn Bauch und Rückenmuskeln verkümmert sind? Viele Läufer erleiden überlastungsbedingte Verletzungen, weil das Gleichgewicht von Muskulatur und Gelenken gestört ist. Sind beispielsweise Oberschenkelmuskeln und Hüftbeuger verkrampft, verschiebt sich die Belastung auf die Gelenke. Bei dem einen zwickt es dann im Knie, bei dem anderen in der Hüfte oder in der Lendenwirbelsäule. Dabei hängen die meisten Läuferbeschwerden nicht mit einem Mangel an Kraft zusammen, sondern mit mangelnder Flexibilität.

Wer steif ist wie ein Bügelbrett, riskiert bei dauerhafter Belastung Arthrose, Gelenkentzündungen und sogar Ermüdungsbrüche. Ein bisschen Stretching vor oder nach dem Training ist da allenfalls ein Tropfen auf den heißen Stein. Wer richtig geschmeidig werden will, macht Yoga. Glaubt man einschlägigen Internetseiten, bilden die Dehn- und Atemübungen die ideale Ergänzung zu Ausdauersport. Die Kombination aus Asanas (Körperübungen), Atemtechniken und Meditation stärkt den Rumpf, bringt Körper und Seele in Einklang  und fördert die Regeneration.

Die Atemübungen verbessern die Sauerstoffversorgung des Körpers, trainieren das Zwerchfell und beugen Seitenstechen vor. Zudem schafft die aufrechtere Körperhaltung zusätzlichen Platz im Luftraum, unsere Lunge arbeitet effizienter und wir können ausdauernder und länger laufen. Zusammen mit den Meditationsübungen werden Stoffwechsel und Selbstheilungskräfte angeregt und wir kommen zur Ruhe. Nebenbei wird unser Laufstil ökonomischer und das Laufen fällt insgesamt leichter.

Das ist zumindest der Plan. Wer jetzt denkt, ich hätte zu lange am Räucherstäbchen geschnuppert - wissenschaftlich belegt ist die positive Wirkung von Dehnübungen schon lange. Grund dafür sind die sogenannten Faszien: unser kollagenes Bindegewebsnetzwerk. Ähnlich einer feinmaschigen Strumpfhose umspannen die Faszien unsere Organe, Muskeln, Knochen und Gelenke und sind dabei biegsam wie Bambus und reißfest wie ein Stahlseil.

Während gesundes Bindegewebe fest und elastisch ist, knüllen sich die Faszien bei einseitiger Belastung zusammen wie ein verfilztes Knäuel Spinnweben. Schmerzhafte Verspannungen sind die Folge. Dehnen hilft, die Netze wieder aufzudröseln. Jeder, der schon einmal nach einem langen Tag im Bürostuhl Yoga gemacht hat, weiß, wie gut sich so ein kräftiges Recken und Strecken, Biegen und Knoten anfühlt. Auch ohne Laufen.

Noch 43 Tage bis Tag X

Läufe: 2

Wochenkilometer: 14

Gemütslage: Geschmeidig

Fazit Woche 24: Aus gesundheitlichen Gründen habe ich meinen Fokus diese Woche mehr auf Yoga gelegt als auf Laufen. Ich will Bambus sein, nicht Totholz.

Weitere Blog-Einträge