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Jesko Lange bearbeitet das Monster mit der Kettensäge.

Foto: Lothar MüllerBild 1 / 2

Holzbildhauer gestalten Monster aus Eis

Unter den Händen von Ronny Tschierske und Jesko Lange formte sich gefrorenes Wasser zu Kunst. Schon im kommenden Jahr könnte sich aus dem Testlauf eine große Veranstaltung entwickeln.

Von Lothar Müller
erschienen am 12.02.2018

ANNABERG-BUCHHOLZ. Kettensägengerassel am Samstag an der Eisbahn auf dem Annaberger Markt. Aber nicht Holzspäne sind dabei geflogen, sondern Eiskristalle. Dennoch waren es Holzbildhauer, die da ganz emsig zur Sache gingen.

Ronny Tschierske und Jesko Lange formten zwei Eisskulpturen, die zu Maskottchen der Annaberger Stadtwerke werden sollen. Die zwei "Monster" sehen aber ganz und gar nicht bösartig aus. Sie machen eher einen liebevollen und in jedem Fall kunstvollen Eindruck. Und es steckte eine ganze Menge Arbeit in den Skulpturen, die schon bei den Vorbereitungen begann, denn zuerst mussten die Eisblöcke in Formen gegossen werden. 40 einzelne Blöcke galt es dabei zu verschmelzen.

Mit der Gestaltung von Eis betraten die erfahrenen Holzbildhauer Neuland. "Für uns ist das eine Premiere. Wir wagen uns damit erstmals an die Eisbearbeitung", berichtete Ronny Tschierske. Mit 16 Jahren hat er begonnen, den Beruf eines Holzbildhauers im bayrischen Oberammergau zu lernen. "Wir haben dort auch Schneeskulpturen geformt, aber mit Eis habe ich noch keine Erfahrungen gesammelt", so der Künstler aus Geyer.

Mit Kettensäge und Schnitzeisen gingen die Arbeiten schnell voran. "Das Eis lässt sich natürlich besser bearbeiten als Holz, aber es ist auch brüchig und natürlich vergänglich", so der 43-Jährige. Beide Holzbildhauer bildeten ein eingespieltes Team und verfügen über jahrelange Erfahrungen in diesem Beruf. Ronny Tschierske hat bereits im Alter von acht Jahren mit dem Schnitzen begonnen und arbeitet mittlerweile seit 24 Jahren als Holzbildhauer.

Jesko Lange aus Zschorlau ist Holzbildhauermeister und zu DDR-Zeiten in der PGH Schneeberger Volkskunst ausgebildet worden. Auch der 46-Jährige wagte sich erstmals an die Bearbeitung von Eis. "Es hat mich gereizt, ich habe so was noch nie gemacht", so der Künstler. Er und Ronny Tschierske haben schon ganz andere Herausforderungen gemeistert: Beide waren mit anderen Berufskollegen an der Umsetzung des Annaberger Krippenweges in der Bergkirche beteiligt.

Den Künstlern machte die Gestaltung der Eisblöcke sichtlich Spaß, auch wenn die Finger ob der Kälte und trotz Handschuhen mitunter recht klamm wurden. Auch an zahlreichen neugierigen Beobachtern mangelte es nicht. Voller Hochachtung schaute auch Anni Wiegand den Künstlern aufmerksam zu. "Es gibt wahrscheinlich kein Zeug, wo ihr Erzgebirger nicht dran herum schnitzt und irgendwas Schönes draus macht", war die Urlauberin aus Brandenburg vom emsigen Treiben der beiden Holzbildhauer begeistert.

"Wenn die Aktion Anklang findet, dann kann künftig auch mal was Größeres draus werden", so Jesko Lange. Und genau das hat Andreas Engert, Betreiber der Eisbahn, auch vor. "Eventuell könnten schon im nächsten Jahr zehn bis 15 Künstler hier Eisskulpturen gestalten. Man muss den Leuten etwas anbieten und heute ist das eine Art Testlauf", so Engert. Er hatte die Veranstaltung mit Ronny Tschierske initiiert. Der Bingestädter holte Jesko Lange mit ins Boot. Nun hoffen alle Beteiligten auf weiterhin winterliches Wetter. Zu schnell wäre sonst alle Eisherrlichkeit dahin. Außerdem werden für die Monster noch Namen gesucht.

 
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