Crottendorf will kräftig investieren

Der Anteil an der abwassertechnischen Erschließung im Ortsteil Walthersdorf und ein Krippenneubau bilden Schwerpunkte in den nächsten beiden Jahren. Der Doppelhaushalt hat es in sich.

Crottendorf.

Gut 3,4 Millionen Euro will die Gemeinde Crottendorf in den nächsten beiden Jahren inklusive Fördergeld investieren. Das geht aus dem Entwurf des Doppelhaushalts für 2018 und 2019 hervor, den der Rat laut Bürgermeister Sebastian Martin (parteilos) in seiner jüngsten Sitzung beschlossen hat. Schwerpunkte bilden dabei Ausgaben im Zusammenhang mit der abwassertechnischen Erschließung des Ortsteils Walthersdorf und der Bau einer neuen Kinderkrippe in Crottendorf.

Allein für letzteres Projekt sind in den nächsten zwei Jahren Ausgaben von 1,6 Millionen Euro einkalkuliert - davon gut 1 Million Euro Fördergeld. Auch in Walthersdorf wird nach jetzigem Stand kräftig investiert - etwa in diesem Jahr 754.000 Euro in den Bau des Adlerwegs samt der Sanierung einer Brücke über die Zschopau. Zudem ist 2020 die Anschaffung eines neuen Gerätewagens Logistik für die Freiwillige Feuerwehr in dem Ortsteil vorgesehen, wofür 285.000 Euro eingeplant sind. Weiteres Geld soll für die Grundschule in Crottendorf ausgegeben werden - etwa um 2019 im Bereich Computertechnik Notebooks für 8000 Euro anzuschaffen, ebenso eine interaktive Tafel für 10.000 Euro. Ausgaben für die Kindertagesstätte "Bärenkinder" sind auch geplant - zum Beispiel um alle Sandkästen mit einem Sonnenschutz auszustatten und einen Acht-Sitzer-Kinderwagen für die ganz Kleinen anzuschaffen. Zudem kalkuliert die Gemeinde 15.000Euro für eine modernere Ausstattung der eigenen Küche für Kita und Hort ein, für die zuletzt mit Zustimmung des Gemeinderats die Essenspreise erhöht worden waren. Der Bau kommunaler Straßen spielt ebenfalls eine wichtige Rolle, wobei etwa 2020 die Scheibenberger Straße in Walthersdorf samt einer Brücke den Schwerpunkt bildet.

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Das Investitionsvolumen in den nächsten beiden Jahren ist nach Einschätzung des Bürgermeisters beträchtlich. Das Ganze will die Gemeinde ohne weitere Kreditaufnahmen finanzieren. Für den Neubau der Kinderkrippe war eine solche in Höhe von 450.000Euro schon 2018 mit Zustimmung des Rats veranlasst worden. Der Start des Projekts hat sich aber auf dieses Frühjahr verschoben.

Was die Schulden betrifft, so steht Crottendorf mit einer Pro-Kopf-Verschuldung von 396 Euro gut da. Die Kreditschulden, die Ende 2018 bei rund 1,6 Millionen Euro lagen, sollen bis Ende 2020 weiter abgebaut werden. Zu den wichtigsten Einnahmequellen der Kommune gehört unter anderem die Gewerbesteuer, bei der in beiden Jahren mit je 800.000 Euro gerechnet wird. Der Anteil an der Einkommenssteuer ist mit jeweils mehr als 900.000 Euro eingeplant. Hinzu kommen unter anderem allgemeine und investive Schlüsselzuweisungen des Landes Sachsen. Eine weitere wichtige Einnahmequelle ist die Grundsteuer, die Eigentümer von Grundstücken an die Gemeinde zahlen müssen. Die Hebesätze dafür bleiben wie auch bei der Gewerbesteuer stabil.

Kämmerin Silvia Richter ist mit der wirtschaftlichen Situation der Gemeinde durchaus zufrieden. "Es geht uns nicht schlecht", sagt sie. Dennoch ist wegen der demografischen Entwicklung und der schwieriger werdenden Finanzsituation bereits vor drei Jahren eine Potenzialanalyse in Auftrag gegeben worden, um Einsparpotenziale auszuloten. Ein daraus abgeleiteter Maßnahmeplan soll die Leistungsfähigkeit der Gemeinde sicherstellen. "Wirtschaftlichkeit ist oberstes Gebot", so die Kämmerin.

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