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Mehrere Schüler, darunter Leon Böttcher, haben ein Würfelspiel mit geschichtlichem Bezug zu ihrem Heimatort Cranzahl entwickelt. Im Familienzentrum wurde alles sortiert. 150 Exemplare sind bestückt worden.

Foto: Christof Heyden

Cranzahl bekommt eigenes Würfelspiel

Schüler haben anlässlich der 650-Jahr-Feier des Ortsteils eine außergewöhnliche Idee umgesetzt. Mit Ereigniskarten und allem Drum und Dran.

Von Christof Heyden
erschienen am 10.08.2017

Cranzahl. Eine pfiffige Idee hat einen Ortsnamen: "Cranzahl, das Spiel." So lautet der Unterhaltungsspaß für die gesamte Familie, den talentierte Tüftler zur 650-Jahr-Feier von Cranzahl als Jubiläumsgeschenk entwickelt haben und jetzt den Einheimischen offerieren. Wer ein Spielchen wagt, der gewinnt an Erkenntnis: Geschichte spielend erfahren, dieses Motto erweist sich als Reiz für kleine und große Fans der Unterhaltung. Denn die dürften nach Spielende die Anzahl der Bäcker in der Gemeinde um 1900 genauso kennen, wie sie das Wissen haben, in wievielter Generation Familienbetriebe geführt werden.

Das mit Würfel und Figur auszutragende Gewinnspiel vereint das Streben nach schneller erfolgreicher Wertung im Punktesammeln mit dem Wissen um regionale und örtliche Eigenheiten. "Wir haben unseren Heimatort symbolisch auf die Aktionsmatte gebracht", erklärt Leon Böttcher. "Um zahlreiche Häuser und Geschäfte ranken sich Erzählungen, gibt es Begebenheiten. Diese haben wir zum Inhalt unseres Spiels gemacht. Jede Generation dürfte daran Gefallen finden." Der Zwölfjährige gehört neben Elias Benedict, Leon Eberlein und Florian Böhm zu den Schülern, die mit Projektleiter Frank Meier-Böttcher im Vorjahr die Grundidee lieferten.

Und so können bis zu sechs Personen an einer etwa 100 mal 40 Zentimeter großen entfaltbaren Kunststoffspielfläche sitzen, die einer Landkarte gleich den Dorfplan von Cranzahl abbildet. Entlang der als Aktionswege zu nutzenden Dorfstraßen sind 72 Abbildungen von markanten Geschäften, aber auch weniger bekannten Standorten angeordnet. "Vor dem Start bekommt jeder Teilnehmer zehn Häuserkarten. Diese hat er nun schnellstmöglich, also mit Würfelglück, aufzusuchen", sagt Leon Böttcher. In welche Richtung der Akteur loslaufe, sei ihm überlassen. "Doch er muss es schaffen, kästchengenau vor die Gebäude zu kommen. Da angekommen, gilt es die auf der Rückseite der Häuserkarte aufgedruckten Fragen zu beantworten beziehungsweise, die zusammengestellten Daten - etwa vom Besitzer oder dem hier früher praktizierten Handwerk - den Spielteilnehmern vorzutragen." Das sei für ihn eine spannende Erfahrung gewesen. "Ich habe gestaunt, wie viele Bäcker und Fleischer einst im Ort ihr Geschäft hatten", sagt Leon Böttcher.

Damit nicht genug. "Um Spannung und Dramatik zu erhöhen, haben wir das Spiel zusammen mit den Jugendlichen weiter forciert", informiert Christina Lorenz vom Familienzentrum Cranzahl, das die Ausführung des Projektes begleitet hat. "Wie man es von renommierten Spielen kennt, setzen auch wir auf Ereignis- und Aktionskarten." So wird etwa jeder Teilnehmer mit einer Brot-, Getränke- und Leergutkarte ausgerüstet. "Die sind zu gegebenem Zeitpunkt einzusetzen. Dann darf der Spieler nicht mehr seinen erwürfelten Fußmarsch entlang der Straßen fortsetzen, sondern muss etwa sofort zum nächst gelegenen Bäcker, um Marschverpflegung zu kaufen", erläutert sie.

Ereigniskarten spicken den Laufweg der Akteure mit weiteren Szenarien. So ist zum Beispiel Hochwasseralarm eingebaut. Dann heißt es ab zum Feuerwehrgerätehaus. "Und auch ein Euro kann gefunden werden: Der wird für Eis eingelöst, bringt dich aber von der Route ab", erklärt Christina Lorenz. Als Sieger schreibe sich derjenige in die Spielchronik ein, der zuerst die zehn Häuserpunkte gesammelt hat. "Und da kann man schon mal einen ganzen Nachmittag lang Spaß haben", findet Leon Böttcher. Eine Chance, auch Enkel und Großeltern an einen Tisch zu bekommen.

Im Zuge des Projektes "Spurensuche, Heimatgeschichte kennen lernen" fördert die sächsische Jugendstiftung diese außergewöhnliche Idee der erzgebirgischen Schüler. "Wir haben vorerst 150 Exemplare fertigen lassen, die wir mit Festbeginn verkaufen wollen", erklärt Christina Lorenz vom Familienzentrum.

 
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