Urteil nach Böller-Attacke auf Eisbahn

Ein junger Mann musste sich am Mittwoch vor dem Auer Amtsgericht verantworten. Er hat es in Schneeberg nicht nur einmal explodieren lassen.

Aue/Schneeberg.

Zu einem Jahr Jugendstrafe mit Bewährung ist ein 19-jähriger Schneeberger am Mittwoch vom Amtsgericht Aue verurteilt worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Jugendliche mehrfach versucht hat, mit Böllern Explosionen herbeizuführen. Unter anderem hatte er so im Januar vergangenen Jahres ein Loch in die Eisfläche auf dem Schneeberger Markt gesprengt und das dortige Kühlsystem beschädigt. Wie Hartmut Meyer-Frey, Sprecher des Amtsgerichts mitteilt, wurde er auch für einen gesprengten Zigarettenautomaten und für ein beschädigtes Spielgerät auf einem Spielplatz in Schneeberg verantwortlich gemacht. Gesamtschadenssumme: 13.000 Euro.

Weil der Angeklagte bei mindestens einer der Taten noch unter 18Jahre alt war, wurde bei ihm Jugendstrafrecht angewandt und kurzfristig entschieden, die Verhandlung nicht öffentlich zu führen. Den Stadtwerken Schneeberg, Betreiber der Eisfläche, war durch die Böller-Attacke ein Schaden von um die 3000 Euro entstanden. "Das Geld haben wir uns über die Versicherung wiedergeholt", sagt Geschäftsführer Gunar Friedrich. "Schlimmer war, dass die Anlage für mehrere Tage wegen der Reparatur geschlossen bleiben musste. Das hat mich geärgert, weil uns genau ein Tag gefehlt hat, um die 10.000er-Besucher-Marke knacken zu können."

Für die aktuelle Saison, die bis Anfang März andauern soll, wurde die Anlage jetzt aufgebaut. Am Sonntag ist offizielle Eröffnung. Besondere Vorkehrungen wegen des Vorfalls im vergangenen Winter haben die Stadtwerke nicht getroffen. "Klar, Videoüberwachung wäre möglich", sagt Friedrich. "Aber eine Kamera im öffentlichen Raum - da gibt es doch gleich wieder Diskussionen." Laut Friedrich wird es allerdings auch nachts regelmäßig Kontrollen an der Eisfläche geben. "Rund um die Uhr ist nicht machbar."

Die Stadtwerke hatten für sachdienliche Hinweise nach der Tat eine Prämie ausgesetzt. "Es gab tatsächlich verschiedene Hinweise zur gleichen Person an uns und an die Stadt", erzählt Friedrich. Jetzt, nachdem der Täter verurteilt wurde, will man die Prämie auszahlen. "Das konnten wir bisher nicht machen, weil man ja erst wissen muss, wer verurteilt wurde, um die Hinweise zuordnen zu können."

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