Vierbeinerspektakel begeistert Zweibeiner

Heidi aus Chemnitz kam erstmals ins Erzgebirge, erlebte Steinbach und besiegte meckernd die Konkurrenz beim Wildbachfest in Steinbach.

Steinbach.

Eine viehische Konkurrenz der Extraklasse begeisterte gestern Hunderte Schaulustige in Steinbach. Meckernd wurde zum 16. Mal die schönste Ziege des Erzgebirges gesucht. Im Rahmen des Wildbachfestes eroberten 42 Vierbeiner den grünen Laufsteg an der idyllischen Raststätte und stellten sich der Wertung durch das Publikum. Neben Fellträgern der gastgebenden Ziegenhirten wagten auch gehörnte Schwanzträger aus Arnsfeld, Ansprung, Großrückerswalde, Neudorf, Niederlauterstein, Mildenau und selbst Chemnitz den tierischen Aufmarsch.

Der nahm in bewährter Manier am Bahnhof Steinbach seinen Anfang: Erneut ratterte ein Großteil der Models samt Besitzer im Plattenwagen mit der schnaufenden Schmalspurbahn zum Festgelände heran. Und so mischte sich ab 13 Uhr zum taktvollen Tuten und Schnaufen der Dampflok der Begrüßungsmarsch der Steinbacher Ziegenhirten. Unter den Akteuren erstmals Anne-Doris Steffens. Die Chemnitzerin suchte mit Heidi die Herausforderung. "Mit unserem Arbeitsteam Medicampus feierten wir 2017 Weihnachten in der Wildbachgaststätte. Beim Stöbern im Gästebuch stießen wir auf Berichte vom Ziegentreffen. Insofern reifte der Entschluss: 2018 wollen wir dabei sein und so schafften wir eine Meckerliese an." Und die stand plötzlich im Rampenlicht: Das Publikum wählte die scheinbar unbeeindruckte, mit vier lilaStutzen bekleidete Lady auf das Siegerpodest. Unter den Bewerbern suchte mit Jonas Gruchow der Ansprunger Vorjahressieger mit seinem Moritz routiniert ebenso die neuerliche Bewährungschance, wie Heiko Köhler als Steinbacher Feuerwehrmann samt Handwagenspritze seine vorgespannten Damen Heidi und Resi in das modische Gefecht führte.

Die Gäste der Neuauflage des Schönheitstreffens erlebten auch diesmal wieder eine Premiere. Die immer um einen hohen Unterhaltungswert bemühten Hirten um Sandra Uhlig und Patrick Westenburger wussten mit sehenswerten Einlagen zu verblüffen. Und so ging erstmals ein Fünfkampf à la Steinbach an der Ziegengasse über das Gras. Dabei bildeten Tier und Mensch jeweils ein Team, welches fünf Stationen zu meistern hatte. Ausgewählte Schönheitskonkurrenten wagten sich an dieses durchaus tierfreundliche Projekt.

Während ein Slalomlauf um Vogelbeerbäumchen die Wettkämpfer eher weniger forderte, sah die große zu überlaufende Wippe einen Teil der Bewerber schon eher störrig agieren. Auch das Überwinden eines in ein Meter Höhe quer gelegten Baumstammes forderte manches Leckerli, um zum Erfolgserlebnis zu kommen. Und auch das gemeinsame Wettsaufen und -fressen der Teams dürfte bislang keine Vorbilder kennen. Denn den Wildbach per präpariertem Übergang überwunden, gab es an der Verpflegungsstation für den Zweibeiner ein gekühltes Hopfengetränk, während sich der Vierbeiner an gequetschter Gerste labte. Zudem forderte ein abschließender Wettlauf nochmalige Fitness. Angesichts des Ideenreichtums der Steinbacher Ziegenhirten und der enormen Publikumsresonanz dürfte es nicht verwundern, dass die Disziplin Viehischer Fünfkampf einmal doch olympisch wird.

Aus vielen Regionen hatten sich Gäste auf den Weg gemacht. Selbst Freiberger, Plauener und Dresdner staunten, welch Miteinander die Erzgebirger mit ihren Vierbeinern pflegen. Und das auch für Kulinarisches taugt, bewiesen die Leckereien Ziegenkäse, Ziegenwurst und Ziegeneis.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...