Schulkonzept eines Elternvereins im Stadtrat

Grundsatzbeschluss zu neuer Einrichtung der Reformpädagogik

Vor mehr als drei Jahren hat die Elterninitiative "Gute Schule" erstmals ihr Konzept für eine neue reformpädagogische Bildungseinrichtung öffentlich vorgestellt. Ein Kernpunkt dabei ist das gemeinsame Lernen möglichst von Klasse 1bis 10 - ähnlich dem Chemnitzer Schulmodell. Die Einrichtung soll nicht von einem freien Träger betrieben werden, sondern als staatliche Schule an den Start gehen, sagt Marko Rößler von der Elterinitiative, die inzwischen den Verein "Gute Schule" gegründet hat. Jahrgangsübergreifender Unterricht sowie eine differenzierte Bewertung der Leistung der Kinder ohne Schulnoten sind weitere wesentliche Aspekte des Konzeptes, das sich damit deutlich vom üblichen Unterrichtsmodell unterscheidet. Jetzt beschäftigt sich erstmals die Politik mit der Idee der Guten Schule. Dem Stadtrat liegt am Mittwoch ein Grundsatzbeschluss vor. Danach soll die Verwaltung darauf hinwirken, dass das Konzept des Vereines umgesetzt wird, sobald in Chemnitz eine neue Grundschule eingerichtet wird. Der Standort soll einen Ausbau als Grund- und Oberschule ermöglichen. Der Beschlussantrag wird von SPD, Linken und Bündnisgrünen eingebracht, die gemeinsam die Stimmenmehrheit im Stadtrat stellen. Daher ist davon auszugehen, dass der Vorlage zugestimmt wird.

Die Stadträte wollen das Konzept als sogenannten Schulversuch anlegen, den das sächsische Schulgesetz nach seiner diesjährigen Novellierung zulässt, aber vom Kultusministerium genehmigt werden muss. Eine Voraussetzung sei, dass es sich um ein neues pädagogisches und organisatorisches Konzept handelt, das sich von anderen Entwürfen deutlich unterscheidet, sagt eine Ministeriumssprecherin auf Anfrage.

Der Haken: Die Stadt plant auf dem Hartmannplatz zwar einen Schulneubau, dort soll allerdings eine Oberschule einziehen. Eine Grundschule ist derzeit nicht in der Planung, obwohl es dafür in Kürze einen Bedarf geben werde, so Rößler. Nachdem jetzt die Plätze in Kindergärten nicht mehr reichen, kommt das Problem demnächst im Grundschulbereich an. Deshalb will der Verein empfehlen, dass im Neubau auf dem Hartmannplatz das Gute-Schule-Konzept umgesetzt wird, so Rößler.

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