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Tunesier zieht blank: "Wie mit einem Lasso"

Angeklagter belästigte in Aue eine Frau und beleidigte Busfahrer

Von Mario Ulbrich
erschienen am 13.01.2018

Aue. Eigentlich sollte der Angeklagte am Donnerstag aus der Haftanstalt Berlin-Tegel nach Chemnitz gebracht werden, um sich noch einmal den Vorwürfen aus Aue zu stellen. Er selbst hatte das angestrengt, indem er die Geldstrafe des Amtsgerichts nicht anerkannt hatte. Kurz vor der erneuten Verhandlung am Landgericht überlegte es sich der 31-jährige Tunesier anders und zog seine Berufung zurück. Damit ist das Auer Urteil rechtskräftig: 600 Euro Strafe (60 Tagessätze zu je 10 Euro) wegen Beleidigung und Erregung öffentlichen Ärgernisses.

Der Vorfall hatte sich im März 2015 ereignet, lange vor der Diskussion um das Verhalten von Asylbewerbern und Busfahrern im öffentlichen Nahverkehr, die im Vorjahr im Erzgebirge so emotional geführt worden war. Aber der Fall dürfte einer der Tropfen gewesen sein, die das Fass vor dem Überlaufen aufgefüllt haben. Laut Anklageschrift hatte der Tunesier auf dem Postplatz in Aue zunächst eine Frau belästigt. Er warf ihr unflätige sexuelle Kraftausdrücke an den Kopf. Unter anderem rief er, dass er Analverkehr mit ihr haben werde. Die Frau brachte sich in der Post in Sicherheit. Kurz darauf wollte der Tunesier in einen Bus steigen. Weil er keinen Fahrschein hatte, wies ihn der Fahrer ab. Auch ihn belegte der Angeklagte daraufhin mit Schimpfworten sexueller Natur. Dann habe er von außen gegen den Bus gespuckt und sein Geschlechtsteil aus der Hose geholt. Damit habe er herumgefuchtelt "wie mit einem Lasso", schrieb die Staatsanwaltschaft.

Der Tunesier war vor sieben Jahren als Asylbewerber nach Deutschland gekommen. Aus seiner Gerichtsakte geht hervor, dass er seit 2013 wiederholt straffällig geworden ist. Zunächst fiel er immer wieder mit Verstößen gegen die Aufenthaltsbestimmungen auf. Später kamen Diebstähle hinzu. Zuletzt war er ohne festen Wohnsitz, weshalb sich auch das Verfahren aus Aue hinzog. Laut Gericht sitzt der 31-Jährige derzeit in Berlin im Gefängnis. Da er eine Strafe nicht bezahlt hat, muss er dort 135 Tagessätze absitzen. Die 60 Tagessätze aus Aue könnten nun hinzukommen. Die Debatte um Vorkommnisse wie dem auf dem Postplatz hat sich im Vorjahr entzündet, nachdem die Grünen latenten Alltagsrassismus im Erzgebirge kritisiert hatten.

 
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