Baldauf-Villa zeigt Jugendstil-Ausstellung

Der Leipziger Sammler Uwe Boge stellt in Marienberg seine schönsten Stücke vor. Damit will er auch einem Trend entgegenwirken.

Marienberg.

Es sei ein bitterkalter Winter in Leipzig gewesen, als Uwe Boge seine Liebe zum Jugendstil entdeckte. Das war 2004 - damals organisierte ein Plauener Auktionshaus eine Ausstellung einiger Stücke aus der Zeit des 19. und 20. Jahrhunderts in der Messestadt. Was er dort zu sehen bekam, löste eine Leidenschaft aus, die nun schon 14 Jahre anhält.

In jenem Februar kaufte er die ersten Stücke eines Schatzes, der heute sein ganzer Stolz ist. Die Sammlung, die er in Teilen am 8. und 9. September jeweils von 11 bis 17 Uhr in der Marienberger Baldauf-Villa zeigen wird, erinnert ihn auch an seine Kindheit.

Den Wert, den die Objekte aus dieser Zeit heute haben, konnte er als Kind noch nicht einschätzen: "Damals habe ich solche Stücke noch als Spielzeug benutzt. Heute sind sie mehrere Tausend Euro wert." Tatsächlich hat er eine enge Bindung zum Jugendstil. Der einstige erste Geiger des Leipziger Gewandhauses ist in einer Zeit groß geworden, in der der Jugendstil noch verbreitet war. Aus seiner Sicht erreichen moderne Stilrichtungen nicht mehr die Qualität des Jugendstils. Auch deshalb ist es ihm wichtig, dass seine Kollektion nicht in seinen eigenen vier Wänden bleibt. "Viele Sammler kaufen nur, um ihre Stücke zu Hause zu verscharren", regt er sich auf und meint, dass er diesem Trend entgegentreten will.

Deshalb nun also die Ausstellung in der Baldauf-Villa. Zwei Räume wird er dort mit seinen Antiquitäten füllen und die gesamte Zeit Gästen für Erklärungen und Gespräche bereitstehen. Die Vorbereitung sei mit einer Menge Arbeit verbunden gewesen, sagt Boge: "Aber die Mühe lohnt sich wirklich."

Auf die Villa gestoßen ist er über deren Leiterin, Constanze Ulbricht, die er schon seit einiger Zeit kennt. Sie brachte ihn auf die Idee, dort eine Ausstellung zu verwirklichen und unterstütze ihn auch in der Planung und Organisation. "Es ist eine unglaubliche Arbeit, die Frau Ulbricht mit ihrem Team leistet", freut sich Uwe Boge.

Sein Lieblingsstück ist eine Porzellanschale mit Perlhühnern. "Die Sachen aus dieser Zeit sind so echt. Bei der Schale ist es so, als würden die Perlhühner gleich vom Teller laufen", sagt er. Der Musiker und Sammler betont, dass er eigentlich ein ganz normaler Mensch ist. Das besondere und durchaus kostspielige Hobby habe er sich "bitter, bitter erspart".

Anfangs habe er nur Schalen gesammelt, heute sei das Beste aus der Zeit des Jugendstils in seinem Schatz zu sehen - inklusive Vasen, Tischgedecke und Figuren. Insgesamt umfasst dieser 150 Stücke, die aber nicht alle in Marienberg zu sehen sein werden. Denn ein Teil der Kollektion ist auch dauerhaft im Haus Schulenburg in Gera ausgestellt.


Historische Knopfsammlung zu sehen

Neben der Ausstellung von Uwe Boge finden noch weitere Aktionen am 8. und 9. September jeweils von 11 bis 17 Uhr statt.

Ausstellungen : historische Fahrräder vom Deutschen Fahrradmuseum Bad Brückenau, historische Knopfsammlung von Angelika Hofmann, Jugendstiltaschen und Perlmuster von Bettina Levin.

Hausführungen :

Samstag: 13 und 15 Uhr

Sonntag: 11 und 15 Uhr.

Weiteres : Akkordeonmusik von Prof. Radivoje Ivanovic (Sonntag, 11 bis 17 Uhr), Szenen aus "Die Hose" von Carl Sternheim (Sonntag, 14 und 16.30 Uhr), Picknick mit Musik im Park der Baldauf-Villa (Samstag und Sonntag, ab 11 Uhr).

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