Bauernfamilie entsetzt über Vorwürfe von Tierschützern

Nach dem verheerenden Brand zweier Ställe in Schlettau am vergangenen Wochenende hat die Tierschutzorganisation Peta gegen Familie Thiele Strafanzeige gestellt. Aus ihrer Sicht hätten keine Tiere sterben müssen.

Schlettau.

Noch liegt alles in Schutt und Asche. Nach dem Großbrand am 7. Juli, bei dem zwei Scheunen niederbrannten und knapp 100 Tiere ums Leben kamen, kämpft die Schlettauer Bauernfamilie Thiele weiter um die Existenz ihres Hofes. Eine Ausnahmesituation, die die ganze Familie betrifft. Und nun auch das noch: Am gestrigen Freitagmittag erhielt die "Freie Presse" eine Mitteilung der Tierschutzorganisation Peta. Darin teilt die Organisation mit, dass bei der Staatsanwaltschaft Chemnitz Strafanzeige erstattet wurde. Diese richtet sich gegen die Betreiber des Hofes. "Aufgrund mutmaßlich unzureichender Brandschutzmaßnahmen wurde möglicherweise billigend in Kauf genommen, dass die Tiere qualvoll ersticken oder bei vollem Bewusstsein verbrennen", heißt es. Ein Schutz der Tiere sei so gut wie nicht geregelt, moniert Peta. Und selbst die unzureichenden Maßnahmen würden oft nicht eingehalten. "Jedes Tier, das bei einem Stallbrand stirbt, wird grob fahrlässig getötet", sagt Lisa Kainz, Fachreferentin für Tiere in der Ernährungsindustrie bei Peta. Brandschutz werde bei vielen Ställen nicht ernst genommen.

Familie Thiele zeigte sich angesichts der Vorwürfe geschockt. Erst durch die Anfrage von "Freie Presse" erfuhren sie davon. Und ihnen fehlen die Worte, sagt Anne Thiele. In der Nacht, als das Feuer ausbrach, haben sie noch versucht, Tiere zu retten, doch es gelang nicht. Enten und Gänse müssten in der Nacht in den Stall, anders gehe es gar nicht. Gleiches gelte für die Hasen, Schweine und Kälber, die sich ebenfalls in den Gebäuden befanden. Probleme habe es noch nie gegeben. Auch würde der Hof regelmäßig vom Veterinäramt kontrolliert. Die Familie will nun abwarten, bis sie etwas Schriftliches erhält und dann dazu Stellung nehmen.


Doch es gibt auch positive Neuigkeiten. Mit der Versicherung sei alles geklärt, die Beräumung der Ruinen kann beginnen. Vermutlich nächstes Wochenende soll es losgehen. Auch die von der Stadt und Feuerwehr ins Leben gerufene Spendenaktion macht der Familie Hoffnung. Viel Unterstützung und Hilfe habe die Thieles bereits erreicht.


Kommentar: Echtjetzt?

Tierschutz ist wichtig. Doch warum eine Tierschutzorganisation das Leid und die Sorgen einer Familie nur wenige Tage nach so einer Katastrophe mit einer Strafanzeige noch verstärken muss, ist unbegreiflich. Natürlich hat Peta das Recht, auf aus ihrer Sicht bestehende Missstände hinzuweisen. Doch ist dafür ein kleiner landwirtschaftlicher Betrieb, der im Nebenerwerb geführt wird, der richtige Adressat? Wohl kaum.

Bewertung des Artikels: Ø 4 Sterne bei 9 Bewertungen
7Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 5
    2
    ralf66
    14.07.2019

    @121278, diese Strafanzeige überhaupt zu stellen ist schwer nachvollziehbar, woher wissen die Tierschützer von dieser Peta wie die Brandschutzbedingungen auf dem Bauernhof waren, Ferndiagnose oder was? Schon der Satz von dieser Lisa Kainz: ''Jedes Tier was bei einem Stallbrand stirbt, wird grob fahrlässig getötet'' ist völliger Unsinn, diese Frau hat wohl noch nichts davon gehört, dass trotz guter Brandschutzvorkehrungen immer ein Brand, aus vielen unterschiedlichen Gründenden, meist sind es elektrische Fehler ausbrechen kann, dann kommt es weiterhin darauf an, wann ein Brand bemerkt wird, ob die Betreiber eines Hofes selber noch Tierrettung durchführen können oder nicht, was brennt ob sich das Feuer schnell oder weniger schnell ausbreiten kann. Wenn dann die Feuerwehr am Brandort eintrifft, kommt es darauf an, wie weit sich das Feuer ausgebreitet hat, ob ein Innenangriff noch möglich ist um eine Tierrettung durchzuführen, oder ob das nicht mehr möglich ist weil keiner mehr rein kann und wenn keiner mehr rein kann von den Feuerwehrleuten, sterben bei einem Stallbrand leider Tiere, aber unmöglich auf grob fahrlässige Art und Weise wie diese Frau Kainz behauptet.

  • 10
    1
    ralf66
    14.07.2019

    @121278, dann lesen sie sich mal alles schön durch, was bei dieser Peta so die Norm ist, dass ist nicht nur grün das ist dunkelgrün.

  • 8
    2
    CPärchen
    13.07.2019

    Wenn die Familie wieder Kraft regeneriert hat: dann ein großes Spanferkelessen organisieren :D

  • 25
    14
    Steuerzahler
    13.07.2019

    Wenn das keine extremistischen Positionen sind! Das zeigt das wahre Wesen der Grünen, wenn es um das Leid und die Existenz einer Familien geht. Wie wäre es denn mal mit einer Gegenanzeige wegen falscher Anschuldigung? Es wird Zeit, dass diese Leute in ihre Schranken gewiesen werden!

  • 9
    15
    1212178
    13.07.2019

    @ralf66 Was hat PETA mit grün zu tun?

  • 31
    13
    ralf66
    13.07.2019

    Liebe Familie Thiele nichts draus machen, diese PETA kommt mit solch einem Käse wie diese Strafanzeige nur bezeichnet werden muss sowieso nicht durch. Es zeigt aber wieder deutlich wie der grüne ideologische Geist tickt.

  • 28
    7
    CPärchen
    13.07.2019

    Wenn ich überlege, welche Strafanzeigen alles abgeschmettert werden (persönliche Erfahrung), dann erwarte ich das auch hierbei.

    Also bitte liebe StA: an PETA zurücksenden aufgrund mangelndem öffentlichen Interesse oder mangels Anhaltspunkte.

    An die Familie: schön, dass der finanzielle Schaden zumindest erledigt wird. Ist zwar nur ein Trost, aber so kann es immerhin weitergehen.



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