E-Mobilität: Erfahrungsaustausch auf Sachsens höchstem Gipfel

23 Fahrer von Elektroautos haben sich am Samstag auf den Weg nach Oberwiesenthal gemacht, um mit Vorurteilen aufzuräumen. Weil es ausgerechnet ein Erzgebirger wissen wollte.

11Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 4
    0
    Einspruch
    13.02.2019

    @bürger... die Reichweiten, die Sie im ersten Beitrag geschildert haben, sind unterirdisch und bestätigen viele Vorurteile eher.
    Der Zoe ist eine fahrende Batterie, die kaum Nutzlast hat und viel teurer als ein Kombi der Kompaktklasse oder ein kurz gebrauchter der Mittelklasse ist. Ein richtiges Auto hat aber im Schnitt 500 -600 Kilo Nutzlast und fährt ohne Problem rund 700- 800 Kilometer. Jedenfalls macht das meins und kostet weniger als ein Zoe. Deswegen ist im Moment ein E Auto für mich keine Alternative. Ich hätte auch keine Lademöglichkeit und nicht die Zeit.
    In einem anderen Beitrag hatte ich kürzlich auf Studien in Norwegen und Schweden verwiesen, wonach ein E auto unter Beachtung der zur Herstellung der Batterien erforderlichen Energie erst nach 6-8 Jahren in der Co 2 Bilanz mit einem Verbrenner gleich zieht. Noch nicht beachtet ist dabei dass Problem der Entsorgung nach der Lebensdauer des Fahrzeuges. Die Gewinnung der Rohstoffe für die Batterien ist ebenfalls nicht gerade umweltschonend. Meist in armen Ländern unter widrigen Bedingungen. Deswegen glaube ich, das im Moment viel Idealismus zum Fahren eines E Autos gehört. Aber wirklich ökologisch und umweltschonend und ausgewogenes Preis Leistungsverhältnis? Nee, noch lange nicht. Zum EEG und dem Stromtransport hat zeitungss.. schon etwas gesagt, das kommt noch oben drauf.

  • 5
    1
    Zeitungss
    13.02.2019

    @bürgr.....: Was die Versorger auch immer vorhaben, die Preise sind denen eigentlich egal, es gibt ein Umlageverfahren auf den Kunden, denn Strom braucht bekanntlich jeder. Sollten Sie davon befreit sein und auch in Zukunft, kann ich Ihre Meinung teilen. Wo stehen gasbetriebene GRUNDLASTkraftwerke ??
    Die "Ewiggestrigen" kennen gelegentlich die Realität und die Möglichkeiten der Veränderungen.
    Beim Aufsprung auf den fahrenden Zug, hat sich schon mancher schwer verletzt. Übersetzen muss ich das aber jetzt nicht, oder? Soviel zum Thema ewig gestrig.

  • 2
    5
    bürgerenergie
    13.02.2019

    @Zeitungss
    Komisch, dass die eins und viele andere dann auf Gas umsteigen - übrigens ohne, dass sie von "Grünen dazu gegängelt" worden wären. Rein aus wirtschaftlichen Gründen. Spätestens wenn CO2 einen Preis bekommt, wie das in Großbritannien innerhalb weniger Jahre durchgezogen wurde, sieht die Welt schon ganz anders aus. Und die eins weiß das uns handelt zum Glück langfristig danach. All den vielen Ewiggestrigen zum Trotz.


    @Tauchsieder:
    Kleine Autos mit kleinen Motoren und kleinen Akkus schaden weniger. Schon beim derzeitigen Strommix ist das E-Mobil CO2-sparsamer als etwa gleich große Verbrenner. Dann lädt man bitte in der Regel Ökostrom. Mit dem Auto zu dritt statt allein unterwegs, dann ein Kombiticket des Arbeitgebers und die Vorzüge der Bahn nutzend, dort wo diese gut ausgebaut ist. Das Umdenken kann und wird - ohne dass es als Last empfunden wird - etwas bewegen. Ein Antriebssystem in einem Auto allein wird natürlich die "Welt nicht retten". Aber es geht mir zum E-Auto wie auch zu anderen Dingen ja auch lediglich um die sachgerechte Darlegung der (subjektiv erlebten) Fakten.

  • 6
    2
    Zeitungss
    13.02.2019

    Zur Postkutschenzeit gab es weniger Probleme, es wurde an den Poststationen der Akku, eh das Pferd getauscht. Zeitaufwendiger war es nur dann, wenn der Kutscher auch nachtanken mußte.
    @Einspruch: In Ihre Richtung sollte so mancher E-Mobilfan einmal denken, leider fahren die alle nur zur Erholung durch die Kante, bzw zum Bäcker und zu Aldi.

  • 6
    1
    Einspruch
    12.02.2019

    Von Hannover bis zum Fichtelberg dreimal nachladen, jeweils rund 40 Minuten.
    Sowas fahre ich ohne tanken durch, die Zeit hätte ich gar nicht.
    Wie soll das dann laufen, wenn zigtausende Richtung Süden fahren und dauernd nachladen müssen stundenlang. Was ist, wenn unterwegs noch Stau Stund die Klimaanlage läuft oder die Heizung? Da wird noch viel entwickelt werden müssen, wenn sich die E Mobilität durchsetzen soll.
    Vor allem Kraftwerke......

  • 5
    1
    Zeitungss
    12.02.2019

    @bürgerenergie: Keine Angst, ich bringe Sie von Ihrem Hobby nicht ab. Es dürfte schon bekannt sein, dass die vorhandenen Gaskraftwerke gegenwärtig und in Zukunft nur eine untergeordnete Rolle spielen. Kein einziges Kraftwerk steht im Grundlastbetrieb, sondern fangen Bedarfsspitzen ab. Sie sind einfach zu teuer und abhängig was das Gas betrifft. Die Windmühlen und zu "Kraftwerken" umfunktionierten Agrarflächen werden es nicht richten, was bedeutet, dass Sie die Ladesäule etwas länger anschauen müssen, was Sie natürlich nicht stört.
    Eine wirklich brauchbaren Ersatz für die Kohlemeiler hat Deutschland derzeit nicht, von Speichermöglichkeiten sind wir weit entfernt. Die bisher medienwirksam aufgestellten "Flachbatterien" rechnen sich nicht, Preis / Leistung / Herstellung stehen in keinem Verhältnis, was gerne verschwiegen wird. Der Stromtransport ist heute für den normalen Kunden schon fast nicht bezahlbar, denn er subventioniert Großverbraucher und die Profiteure des EEG. Es entsteht also eine gewaltige Schieflage und das nicht nur innerhalb des Netzes. Versorgungssicherheit sieht bei mir etwas anders aus, manche Übereifrige denken es langt wenn der Strom aus der Steckdose kommt, beruhigend ist es auf jeden Fall. Wie es auf anderen Sternen ausschaut, entzieht sich meiner Kenntnis, es mangelt noch an entsprechenden Verkehrsverbindungen.

  • 5
    1
    Tauchsieder
    12.02.2019

    Ganz interessant diese paar Zeilen zu lesen, von einem der es wissen muss (Autor ist bekannt). .... Heute sind Elektrofahrzeuge in Deutschland Klimakiller. Eigentlich sollten Elektroautos eine Antwort auf das CO2-Problem im Mobilitätssektor sein, aber nicht die ultimative - zumindest nicht heute, auch nicht in den nächsten Jahren und vor allem nicht hier in Deutschland. Der Energiewende verdankt das Land einen Strommix, der pro kWh etwa 489 g CO2 (2017) erzeugt und gleichzeitig mit einem massiven Überangebot an erneuerbaren Energien im Tagesverlauf kämpft. Kommen jetzt noch Elektrofahrzeuge hinzu, so stellen diese eine zusätzliche Stromnachfrage dar, die bei einer 100prozentigen Durchdringung der deutschen Pkw-Flotte einen zusätzlichen Bedarf von etwa 110 TWh erzeugen würde. Das sind dann immerhin circa 20 Prozent des gesamten heutigen deutschen Strombedarfs oder anders ausgedrückt - etwa zehn Atomkraftwerke. ..... Ich will es hier dabei belassen, nur mal so zum Gedankenanstoß.

  • 2
    6
    bürgerenergie
    12.02.2019

    @Zeitungss
    Interessant, welch emotionale Reaktionen ein sachlicher kurzer Bericht auslöst.
    Wir sollten nicht vergessen: Von uns hier wird nicht (mehr) die technische Entwicklungsrichtung bestimmt.
    Und: Ich mag meine Pausen - möchte garnicht darauf verzichten. Nie starre ich wartend auf die Ladesäule sondern genieße die "Ladeweile" in der Regel bei nem Kaffee, oder zur Mittagszeit; an vielen Orten auch mit WLAN die Zeit zur nötigen Arbeit nutzend (Standort Stadion ist das fast einzige, negative Gegenbeispiel).
    Dass für Kohlekraftwerke kein Ersatz da wäre, ist sachlich falsch. Bereits jetzt gibt es etwa 28 GW Gaskraftwerke, von denen fast nie mehr als 6-7 GW in Betrieb sind. Wir sind nicht umsonst auch Stromexport-Weltmeister. Und es werden neue Gaskraftwerkskapazitäten errichtet - derzeit nicht nur in Chemnitz.
    Also etwas weniger politisches Bashing und dafür mehr Sachlichkeit und Sachkunde wären schön ;-) auf diesem und auf jedem anderen Stern.

  • 3
    4
    Zeitungss
    12.02.2019

    @Tauchsieder: Ich würde sagen NIEMAND. Bei der dicken Luft in den Städten spricht auch kein Mensch über Ölheizungen. Deshalb sind Kuriositäten dieser Art nicht verwunderlich. In der Anfangszeit des Reiseverkehrs bei der Bahn wurden in der kalten Jahreszeit warme Ziegelsteine an die Reisenden verteilt und an verschiedenen Stationen gewechselt. Der nächste Schritt war die Ofenheizung in den einzelnen Wagen.
    @bürgerenergie: Dieses Verfahren wäre auch für Sie sicherlich interessant, es würde die Ladepausen ersparen. Zeit ist Geld, hört man doch heute an jeder Ecke, manche erfreuen sich allerdings am 1,5 stündigen Anblick einer Ladesäule, falls vorhanden. Sollten die Grünen noch die Kohlekraftwerke (Ersatz ist nicht vorhanden) abschalten, wird es erst richtig schön. Die E-Mobilität ist derzeit der Renner, zu sehen an den massenhaften Zulassungen. Es ist nun leider die derzeitige Realität und das diskutiert auch niemand weg, außer man lebt auf einem anderen Stern, was es auch geben soll.

  • 5
    2
    Tauchsieder
    12.02.2019

    Deutschland - Idiotenland?
    Berlin schafft sich gerade 6 E-Busse an. Kosten pro Stück 600 000 €. "Normale" Busse Kostenpunkt ca. 200 000 €.
    Da bei Betrieb der E-Busse mit Heizung die Reichweite überproportional sinken würde, wird die Heizung der E-Busse mit einem Dieselaggregat betrieben.
    Wer beantwortet die eingangs gestellte Frage?

  • 3
    6
    bürgerenergie
    11.02.2019

    Für 50 km Fahrstrecke vom Erzgebirgskamm zurück nach Chemnitz büße ich in der Regel ganze 20 km Reichweite ein. Im Winter können es auch mal 25 bis 30 km sein. So komme ich im Sommer locker hin und zurück. Im Winter kann mal eine viertelstündliche Nachladepause erforderlich sein.

    All das mit mit meiner Renault Zoé mit der kleinen Batterie (22 kW). Das Auto ist sehr gut für den regionalen Verkehr im Direktionsbezirk geeignet. Fahrten nach L oder DD verlangen dort eine Ladepause von max. 1,5 Stunden.

    Die jetzigen Fahrzeuge sind für den praktischen Einsatz gut geeignet. Anzahl und Dichte der Ladestationen reichen für die noch wenigen E-Fahrzeuge gut aus.

    Es wäre schön, wenn medial öfters mal die E-Autofahrer zu Wort kämen. Danke also an die Freie Presse für die Begleitung der Aktion.



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