EIA-Tradition aus der Kreisstadt lebt weiter

Es war einst einer der größten Betriebe in der Region. Vor drei Jahren folgte das Aus. Einige Mitarbeiter wollten das aber nicht so einfach hinnehmen. Mit Erfolg.

Annaberg-Buchholz.

Diese drei Buchstaben sind weit über die Stadtgrenzen von Annaberg-Buchholz hinaus bekannt. EIA steht für den Traditionsbetrieb schlechthin in der Kreisstadt. Einst wurden Millionen NH-Sicherungen und Leitungsschutzschalter aus dem Herzen des Erzgebirges in die Welt verschickt. Doch mit der Stilllegung des ehemaligen Elektroinstallationsbetriebes Ende 2012 und der Verlagerung der Produktion nach Ungarn schien der Standort, wo einst mehr als 1000 Mitarbeiter beschäftigt waren, von der Landkarte verschwunden. Ein Irrtum.

Denn die Tradition der drei Buchstaben lebt weiter. Einige Mitarbeiter wollten das Aus der EIA nicht so einfach hinnehmen. Einer von ihnen: Werner Bartl. Der ehemalige technische Leiter und Geschäftsführer arbeitete fast 50 Jahre in den Produktionshallen gegenüber dem Kätplatz. Unter der Regie des Bärensteiners wurde die Firma Elektro-Innovation Annaberg - kurz EIA - neu gegründet. Bartl und einige weitere langjährige Beschäftigte bauten das Unternehmen neu auf. Mit Erfolg.


Dank des guten Rufs und guter Kontakte konnten sie den traditionsreichen Standort erhalten. Dabei setzten sie auf Veredelung, kundengerechte Verpackung, Vertrieb und Handel von Sicherungsmaterial und innovativen Branchenprodukten. Juni 2014 stieg Bartl schließlich aus Altersgründen aus. Jörg Burmeister übernahm die Leitung. Die Erfolgsgeschichte ging weiter.

"Wir sind bis heute weiter gewachsen", sagt der Geschäftsführer. Er zählt aktuell fünf Festangestellte - allesamt ehemalige Mitarbeiter des Traditionsunternehmens. Zu den Kunden der Kreisstädter gehören Elektrobetriebe, Schaltanlagenbauer, Großhändler und auch Energieversorgungsunternehmen wie beispielsweise die Stadtwerke Annaberg. "Unser Schwerpunkt liegt auf Abnehmer in Deutschland. Aber wir exportieren auch europaweit", erklärt Burmeister. "Zu Messen etwa werde ich angesprochen: ,Schön, dass es die EIA immer noch gibt'". Eine der größten Stärken der Firma: Dank des Lagers vor Ort können Bestellungen spätestens am Folgetag ausgeführt werden. Auch die Kooperation mit der Lebenshilfe Annaberg besteht weiterhin. "Der Verein hilft bei der Verpackung und Bedruckung", so der EIA-Chef.

Burmeister will zudem dem "neuen" Firmennamen gerecht werden und hat deshalb das Portfolio um innovative Produkte und Ideen erweitert. So bieten die Kreisstädter Energiemanagementsysteme für Unternehmen an, um deren Energieverbrauch besser zu kontrollieren, zu senken und mittelfristig Kosten zu sparen. Burmeister: "Deutschlandweit gibt es neben uns nur wenige weitere solcher Anbieter."

Zum Betrieb gehört seit zwei Jahren zudem eine EIA-Zweigstelle in Polen mit einer eigenen Produktion. "Obendrein werden wir den tschechischen Markt bearbeiten", ergänzt der Chef. Ob irgendwann am Standort in Annaberg-Buchholz auch wieder selbst produziert wird, kann Burmeister zwar nicht versichern. Eines ist ihm und seinen Kollegen aber gelungen: Sie haben die Tradition am Leben gehalten. www.eia-direkt.de

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