Es wird quirlig: Einzug in die neue Krippe

Wenn die sächsischen Kindertagesstätten am Montag wieder für alle öffnen, dann ist das für Crottendorf mit doppelter Freude verbunden. Ein Millionenprojekt ist fast abgeschlossen. Es hat auch für die größeren Mädchen und Jungen Vorteile.

Crottendorf.

Die ersten Kinder sind schon eingezogen. Noch werden sie in Crottendorfs neuer Krippe innerhalb der Notbetreuung infolge der Corona-Pandemie versorgt. Doch ab nächste Woche sollen weitere Mädchen und Jungen folgen: Ab Montag lässt Sachsen die Öffnung von Kindertagesstätten unter verschiedenen Hygiene-Auflagen wieder zu. In Crottendorf ist das auch in anderer Hinsicht ein Neustart. "Unsere neue Kinderkrippe soll ab kommende Woche mit genutzt werden", sagt Bürgermeister Sebastian Martin (parteilos). Bis auf einige Details ist im Inneren alles fertig, die Arbeiten im Außengelände werden noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Und so zieht vorerst ohne große Einweihung Leben in ein Gebäude ein, dessen Planung und Umsetzung die Gemeinde mehrere Jahre beschäftigt hat. Zudem ist das Ganze ein finanzieller Kraftakt.

Der Neubau bietet 50 Plätze für die Betreuung von Krippenkindern und schließt sich an die bestehende Kindertagesstätte "Bärenkinder" an. Beide Häuser sind durch einen Gang verbunden. Für die Jüngsten gibt es nun drei separate Gruppenräume, zu denen jeweils ein Schlafraum und ein eigenes Bad mit Toiletten und Waschbecken gehören. Zudem beherbergt Crottendorfs neue Kinderkrippe beispielsweise einen Sportraum, den nach Corona mehrere Gruppen gleichzeitig nutzen können. Ein weiteres Plus: Alles ist ebenerdig, was die Arbeit der Erzieherinnen erleichtert. Denn kein kleines Kind muss mehr Treppen hinauf- oder hinuntergetragen werden. Sebastian Martin: "Wir sind natürlich sehr froh, es ist ein sehr schönes Gebäude geworden." Er fügt hinzu: "Hätten wir diese Entscheidung für den Bau nicht getroffen, hätten wir platztechnisch bald ein großes Problem bekommen." Denn die Anzahl der Kinder, die betreut werden müssen, ist in den vergangenen Jahren stetig gestiegen.

Aktuell haben im Ort insgesamt rund 290 Mädchen und Jungen einen Betreuungsplatz - vom Krippen- bis zum Hortkind. Dafür werden bislang drei Gebäude genutzt, mit der neuen Krippe sind es vier. Krippenplätze bei den "Bärenkindern" standen bisher 45 zur Verfügung. Hinzu kommen zehn Kinder im Krippenalter, die bei zwei Tagesmüttern im Ort betreut werden. Da die Gemeinde trotz des Neubaus flexibel bleiben will und bei Bedarf auch weiter 16 Krippenplätze im "alten" Objekt der "Bärenkinder" zur Verfügung stehen, gibt es nun samt dem Angebot der Tagesmuttis 76 Plätze für die Betreuung der Jüngsten. Das sind 21 mehr als bislang. Vom Neubau profitiert aber auch der Kindergarten, da es dort nun mehr Platz gibt.

Das alles geht für die Gemeinde mit Kosten von rund zwei Millionen Euro einher, etwa die Hälfte muss sie selbst finanzieren. Die andere Hälfte sind Zuschüsse. Anfängliche Schätzungen waren von deutlich niedrigeren Ausgaben ausgegangen, zur Erhöhung führten mehrere Faktoren - vor allem höhere Baupreise. Ein Beispiel: Eine erste Ausschreibung der Rohbauarbeiten ergab ein Ergebnis von rund 740.000 Euro und wurde aufgehoben. Nach der zweiten Ausschreibung schlugen Kosten von rund 688.000 Euro zu Buche, die immer noch deutlich über der Berechnung von 565.000 Euro lagen. Doch das Bemühen beim Freistaat um mehr Fördergeld war erfolglos. Es blieb bei einer bewilligten Pauschalsumme pro Kind - unverständlich aus Sicht der Verantwortlichen vor Ort. Denn das habe der Marktsituation hinsichtlich der Baupreise in keiner Weise Rechnung getragen.

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