Gemälde kehrt an den Ort des Geschehens zurück

Im Studienraum Carlfriedrich Claus in Annaberg-Buchholz ist eine neue Schenkung zu sehen. Sie kam aus Leipzig ins Erzgebirge und zeigt einen Blick auf den Künstler in seiner Umgebung. Manches Detail gibt es heute noch im Original.

Annaberg-Buchholz.

Der kleine Holztisch ist immer noch da. Er gehört zu den Unikaten im Studienraum Carlfriedrich Claus in Annaberg-Buchholz, die zeigen, wie der Künstler einst gelebt und gearbeitet hat. Seit Kurzem ergänzt eine weitere Schenkung die Ausstellungsräume - ein Bild mit einer besonderen Geschichte. Es trägt den Titel "Bei Carlfriedrich Claus" und zeigt einen Blick auf ihn, wie er - umgeben von Stapeln aus Papier, Zeitungen und Büchern - in Gedanken vertieft an jenem Tisch sitzt und schreibt.

Gemalt worden ist es von Isolde Hamm 1988. Etliche Jahre später zeigte Elke Pietsch es in ihrer Galerie anlässlich einer Gedenkausstellung an die 2006 verstorbene Künstlerin. Eine Freundin von ihr - Dagmar Völker - habe damals zu ihr gesagt: "Genauso sah es dort aus." Die Leipzigerin, die mit Carlfriedrich Claus befreundet war, kaufte das Bild. "Danach hing es viele Jahre in ihrer Wohnung", erzählt Elke Pietsch. Doch im vergangenen Jahr sei Dagmar Völker leider verstorben. Ihre Freundin dachte sich später, das Bild "Bei Carlfriedrich Claus" müsste doch dorthin, wovon es erzählt. Sie setzte sich für eine Schenkung mit Einverständnis der Angehörigen ein und knüpfte Kontakte. Vor Kurzem wurde das Ölgemälde an seinem Bestimmungsort übergeben.


Hier bekommt es laut Margit Kreißl, der Vorsitzenden des Fördervereins Carlfriedrich Claus - Lebens- und Arbeitsort in Annaberg-Buchholz, einen festen Platz. "Wir haben uns sehr darüber gefreut", sagt sie. Das Bild zeigt Claus, wie er auch auf dem Fußboden Zeitungen ausgebreitet hatte. "Es ist bekannt, dass er wirklich das ,Neue Deutschland' ausgelegt hat, wenn Besucher kamen", erzählt die Annaberg-Buchholzerin.

Derzeit ist im Studienraum noch die Jahresausstellung mit dem Titel "Carlfriedrich Claus - Freundschaften von Künstlern und Weggefährten" zu sehen. Dabei geht es um ausgewählte andauernde Beziehungen und Freundschaften mit Intellektuellen, Literaten und Künstlern, die im Zusammenhang mit dem visuellen, poetischen und lautakustischen Werk des Annaberg-Buchholzer Künstlers stehen. Die Schau endet am 4. August mit einem Geburtstagsbrunch für Carlfriedrich Claus, der an diesem Tag 89 Jahre alt geworden wäre. Beginn ist 11.30 Uhr. In die Räume, in denen sich der heutige Studienraum befindet, war er als Dreijähriger mit seinen Eltern eingezogen. Später lebte und arbeitete er noch jahrzehntelang allein darin. Nur seine letzten Lebensjahre verbrachte er in Chemnitz.

Der Studienraum Carlfriedrich Claus ist mittwochs bis samstags von 12 bis 17 Uhr geöffnet. Er befindet sich in der Johannisgasse 10.

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