Großprojekt Naturschutz findet im Rat kein Votum

Oberwiesenthaler befürchten noch mehr Einschränkungen

Oberwiesenthal.

Für heftige Diskussionen unter den Mitgliedern des Stadtrats von Oberwiesenthal hat in der jüngsten Sitzung des Gremiums das mögliche Naturschutzgroßprojekt im Erzgebirgskreis gesorgt. Eines der vorgeschlagenen Fördergebiete in der bereits angefertigten Machbarkeitsstudie würde auch den Kurort mit betreffen: der Offenlandverbund zwischen Elterlein und Oberwiesenthal.

Die Mehrheit der Stadträte, das wurde in der Diskussion deutlich, steht einem solchen Vorhaben kritisch gegenüber. Der Tenor: Naturschutz soll nicht in Abrede gestellt werden. Aber Oberwiesenthal sollte doch aus dem Projekt gänzlich herausgelassen werden, da es schon viele Schutzgebiete gebe. Jens Ellinger (CDU) beispielsweise - selbst Bioimker - befürchtet durch ein solches Projekt noch mehr Einschränkungen für die Region und ihre Entwicklung. Erik Schulze (CDU) sprach an, was seinen Worten nach auch viele Oberwiesenthaler bewegt: dass "der Naturschutz am Grenzbach aufhört". Dagegen half auch das Argument seitens der zuständigen Naturschutzbehörde im Landratsamt wenig, dass die tschechischen Nachbarn bei der Ausweisung der entsprechenden Schutzgebiete cleverer gewesen seien, großflächiger agiert und dadurch bei Eingriffen in die Schutzzonen Möglichkeiten zum Flächentausch hätten. Auf deutscher Seite sei diese Chance vertan worden und engmaschig abgegrenzt worden. Maßstäbe und Richtlinien seien beiderseits der Grenze gleichermaßen gültig. Auch Lutz Heinrich (Einz) sieht "keine Motivation für eine Zustimmung" zu diesem Vorhaben. Schon jetzt verfüge das einzige alpine Skigebiet Sachsens über zu wenig Pistenfläche im Verhältnis zur Anzahl der Skifahrer. Auf verlorenem Posten einer der Gäste, der mahnte, dass "das, was wir überhaupt noch haben" an seltenen Pflanzen beispielsweise, erhalten werden müsse. Über die Jahre sei bereits vieles verloren gegangen. (af)


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