Was wird aus der Rauschenbachmühle?

Seit 1927 dient die einstige Mühle in Arnsfeld als Unterkunft für Wanderer und Touristen. Das soll sich nach dem Wunsch der Eigentümer auch nicht ändern. Doch bisher blieb die Suche nach einem Nachfolger erfolglos - nun stehen Haus und Grundstück zum Verkauf.

Arnsfeld.

Auf einem Stein ist das Datum verewigt: Hüttenweihe am 14.-15. Mai 1927. Seit jenem Wochenende vor 92 Jahren dient die ehemalige Kornmühle am Rauschenbach in Arnsfeld als Erholungsort. Entdeckt wurde sie laut Margitta Oelmann von den Naturfreunden aus Grüna in Chemnitz. Aus der alten Mühle, die 1886 erbaut worden ist, wurde eine Wanderraststätte. Verantwortung und Eigentum wechselte, bis Margitta Oelmann 2011 das Haus samt 6000 Quadratmeter großem Grundstück kaufte. Doch die Geschichte der Familie Oelmann und der Rauschenbachmühle reicht bis in die 1990er-Jahre zurück. Denn seit mehr als 20 Jahren sind Margitta Oelmann und ihr Mann Hartmut für ihre Gäste da. Doch die beiden werden nicht jünger, haben das Rentenalter längst erreicht. Die Suche nach einem Nachfolger dauert bereits Jahre. Ohne Erfolg. Im Sommer 2018 übergaben sie die Angelegenheit daher einem Makler, der nun einen Käufer für die Rauschenbachmühle finden soll.

Doch ein neuer Eigentümer kann auch eine komplette Veränderung bedeuten. Dessen sind sich die Oelmanns bewusst. Immerhin ist an den Verkauf nicht die Bedingung geknüpft, dass die Rauschenbachmühle Herberge bleiben muss. Auch für private Wohnzwecke könne das Gebäude genutzt beziehungsweise umgebaut werden. Nichtsdestotrotz wünschen sich die Noch-Eigentümer, dass es für das Haus weitergeht. Die Lage sei einfach ideal. Der nächste Nachbar ist zwei Kilometer entfernt, der Rauschenbach macht seinem Namen alle Ehre, ein Idyll mitten in der Natur und mit einer fast 100-jährigen Tradition. Doch im Oktober dieses Jahres werden die Oelmanns ihr Geschäft beenden. So viel steht bereits jetzt fest. Ein Schritt, der Margitta Oelmann schwergefallen ist. Doch die Arbeit fällt der 66-Jährigen und ihrem 70-jährigen Mann immer schwerer, trotz der Unterstützung von drei Minijobbern. "Ab Oktober wohnen wir dann nur noch hier", sagt die Herbergsleiterin. Und das würden die beiden am liebsten noch eine ganze Weile. Das Herz von Margitta Oelmann hängt sehr an der Rauschenbachmühle. "W-Lan gibt es hier nicht, hier plaudern und trinken wir", zitiert sie ein Schild, das im großen Aufenthaltsraum hängt - auch wenn sie privat natürlich einen Internetanschluss hat. Die Herberge hat einen einfachen Standard mit Ein- bis Mehrbettzimmern und Toiletten sowie Duschen auf dem Flur. Manch ein Gast liebt es sogar noch einfacher, dafür gibt es eine kleine Hütte auf dem Areal. Auch ein Ferienhaus mit eigener Küche gibt es zusätzlich.

Sascha Aurich

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Viel Arbeit hat die Familie in den zurückliegenden Jahren in Haus und Grundstück gesteckt. Die große Hoffnung war, dass es ihre Kinder weiterführen. Daher nahmen sie 2011 auch das Angebot an, es zu kaufen. Doch dieser Wunsch erfüllte sich nicht. "Uns ist es wichtig, dass das Haus nicht verfällt und wenn möglich, ein Anlaufpunkt für Wanderer und Gäste bleibt", sagt Margitta Oelmann.

Und wer hier lebt, der muss die Abgeschiedenheit aushalten können. Eigener Brunnen, eigene Kläranlage, der Bach rauscht durchs Grundstück. "Man muss es mögen, und ich mag es." Bis es vorbei ist, bleiben noch ein paar Monate. Viele Stammgäste - und von denen gibt es viele -hätten gern auch noch für später gebucht. Doch irgendwann muss der Schlussstrich gezogen werden. Und im Herbst ist es soweit. Vielleicht hat sich bis dahin schon ein Käufer gefunden. Erste Interessenten waren bereits da. Doch bisher ließ niemand Taten sprechen. Es bleibt also spannend, was aus der Rauschenbachmühle wird.

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