Wehren warten auf Geld aus Rathaus

Die Personalkosten bei Technischen Hilfeleistungen wurden bislang an die Kameraden ausgezahlt. Aktuell klemmt es damit allerdings.

Elterlein.

Reiko Hill, Ortswehrleiter der Elterleiner Feuerwehr, verwendete drastische Worte, als er am Montag vor dem Stadtrat sprach. "So motiviert man die Kameraden nicht. Wenn diese irgendwann keine Lust mehr haben, dann ziehen Sie die Uniformen an", so Hill in Richtung der Bürgervertreter. Was war passiert?

Wenn Feuerwehren zu Technischen Hilfeleistungen wie zu einem Unfall ausrücken, dann wird dem Verursacher hinterher eine Rechnung geschrieben. Das läuft über die jeweilige Gemeinde, bei der dann auch das Geld eingeht. Davon die Personalkosten wurden bislang in Elterlein per Anweisung der Bürgermeister an die drei Feuerwehren Elterlein, Hermannsdorf und Schwarzbach weitergeleitet. Dafür gab es keine anderweitigen Einsatzvergütungen. Jörg Hartmann (parteilos), aktueller Bürgermeister, hat für sich jedoch entschieden, das nicht so zu handhaben. Er wolle dafür einen Ratsbeschluss. Wie zur Sitzung am Montag deutlich wurde, war das so aber bei den Stadträten noch nicht angekommen. Entsprechend überrascht reagierten sie, zumal es noch um das Geld aus den Jahren 2018 und 2019 ging.

"Wenn der Bürgermeister der Meinung ist, dass er das nicht länger selbst entscheiden will, dann ist das für die Zukunft möglich, nicht aber rückwirkend. Deshalb müssen die Gelder für 2018 und 2019 ausgezahlt werden", sagte Stadtrat Siegbert Ullrich (Wählervereinigung für die Stadt Elterlein). Dieser Meinung schlossen sich auch die beiden CDU-Räte Hans Jürgen Wolf und Alexander Bonitz sowie AfD-Rat Uwe Gahlert an. Auch sie betonten, dass man nicht einfach rückwirkend Auszahlungen stoppe. Bürgermeister Hartmann verteidigte sich: "Ich habe es mehrfach gesagt, dass ich mich der Praxis meiner Vorgänger nicht unterwerfen will."

Unter dem Strich gehe es bei den Einsatzgeldern um eine Summe von rund 5780 Euro für die beiden Jahre. Das Geld werde unter anderem für gemeinsame Ausfahrten der Kameraden genutzt oder auch mal in neue Ausrüstungsgegenstände gesteckt, sagte der Hermannsdorfer Wehrleiter Danilo Wötzel.

Andy Kehrer, Beigeordneter der Stadt Zwönitz, mit der Elterlein in einer Verwaltungsgemeinschaft zusammenarbeitet, warf indes ein, dass die Gelder jetzt eigentlich nicht ausgezahlt werden dürften. Als Begründung nannte er die vom Bürgermeister wegen der Corona-Pandemie verhängte Haushaltssperre.

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