Wie das Raachermannl am besten nabelt

Was tun, wenn der hölzerne Geselle nicht mehr richtig dampfen will? Ein Fachmann gibt Tipps.

Annaberg-Buchholz.

Kennen Sie das? Der Lieblingsräuchermann, der doch jedes Jahr fleißig geräuchert hat, dampft kaum noch. Und im Bauch der Figur bleibt eine halb abgebrannte Räucherkerze übrig. Was tun? "Freie Presse" hat bei der Crottendorfer Räucherkerzen GmbH nachgefragt.

Was tun, wenn der Räuchermann nicht mehr richtig räuchert?

Bei Figuren, die Jahr für Jahr immer wieder genutzt werden, schlägt an der Innenseite das Harz aus den Räucherkerzen nieder. Dadurch entsteht im Inneren der Figur eine klebrige Oberfläche. Das behindert den Luftstrom: Die Luft kann nicht mehr entlangströmen und verwirbelt. Der Rauch staut sich, erklärt Reinhard Schollbach, Vertriebsleiter bei der Crottendorfer Räucherkerzen GmbH. Dagegen hilft, im kalten Zustand die Innenseite des Räuchermannes mit Sandpapier abzuschleifen oder ihn auszukratzen.

Wie brennen Räucherkerzen am besten runter?

Räucherkerzen brennen besonders gleichmäßig ab, wenn sie auch von unten belüftet werden. In den meisten Figuren stehen die Kerzen jedoch auf geschlossenen Metallplatten, erklärt Schollbach. Hier ist es unvermeidlich, dass mit Verlöschen der Kerze ein gewisser Boden stehen bleibt. Die Kerze geht mit einem dünner werdenden Rauchfaden aus. Gut brennen Räucherkerzen auch, wenn sie kopfüber von unten an der Spitze angezündet werden. Es gibt spezielle Metallrauchgefäße, zum Beispiel die traditionellen Räucherhäuschen, in denen die Kerzen mit der Spitze nach unten eingehängt werden. Da die Hitze nach oben steigt und die Glut durch die Räucherkerze zieht, brennt sie schneller und vollständig ab. Hier kommt das dicke Ende zum Schluss: Wenn der Boden der Kerze am Ende verglimmt, entsteht eine intensive Rauchfahne. Alternativ gibt es mittlerweile spezielle Holzfiguren, in denen die Kerze auf einem Lochblech steht. Hier brennt sie bis unten ab. Brennt eine Räucherkerze nur bis zur Hälfte ab, ist sie zu feucht oder erhält nicht genug Luft.

Wie zündet man Räucherkerzen am besten an?

In der Regel reicht ein normales Streichholz aus, um eine Räucherkerze an der Spitze zu entzünden. Genauso können aber auch (Gas-)Feuerzeuge verwendet werden, sagt Schollbach. Wichtig: Nach dem Anzünden die Glutspitze noch ein Mal ganz kurz anpusten, damit sich die Glut weiter in die Räucherkerze frisst. "Dann aber nicht sofort die Nase reinhängen", sagt Schollbach, weil man zunächst nur Kopfnote riecht. Es dauert bis zu einer halben Minute, bis sich der Duft entfaltet.

Wie bewahrt man Räucherkerzen bis zum nächsten Advent am besten auf?

Räucherkerzen verlieren kaum an Duft. Wichtig ist nur, sie trocken zu lagern (luftdicht ist nicht nötig), am besten in einer Blechdose oder in einer Schachtel. Da die Räucherkerzen zum größten Teil aus Kohle bestehen, nehmen sie Luftfeuchte relativ gut auf. Und wenn sie feucht sind, dann... na, Sie wissen ja. In diesem Sinne: Gutes Räuchern! (sane)

Dieser Beitrag erschien im "Freie Presse"-Adventskalender für das Erzgebirge

0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...