Windkraftanlagen: Rat macht Weg frei für eine Erneuerung

Trotz ihrer angespannten Finanzlage bleibt die Stadt Jöhstadt Mehrheitsgesellschafter der Windpark GmbH. Geld kann die Kommune für Investitionen allerdings nicht zur Verfügung stellen. Zunächst ist jedoch etwas anderes viel entscheidender.

Jöhstadt.

Die Windpark GmbH hat seit ihrer Gründung im Jahre 1992 Jahr für Jahr ordentliche Summen in das Jöhstädter Stadtsäckel gespült. Grund: Die Kommune ist Mehrheitsgesellschafter. Doch so langsam droht diese Quelle zu versiegen, wenn die in die Jahre gekommenen Anlagen nicht endlich durch neue ersetzt werden. Mit einem Beschluss hat am Donnerstagabend der Stadtrat nun den Weg frei gemacht, dass vielleicht schon bald wenigstens eine Anlage neu gebaut werden kann. Ob das auch tatsächlich so kommt, hängt jedoch von einer ganz anderen Entscheidung ab, die nicht in Jöhstädter Hand liegt.

Es geht um das Thema Einspeisevergütung. Seit 2017 legt die nicht mehr wie bis dahin üblich der Staat fest, sondern der freie Markt. Das heißt, die Windpark GmbH muss sich, um ihren erzeugten Strom zu verkaufen, an einer Ausschreibung beteiligen. Dabei ist es wichtig, einen möglichst hohen Preis zu erzielen. Dieser soll zwischen 6,24 und 6,30 Cent je Kilowattstunde liegen, hat der Stadtrat am Donnerstag beschlossen. Ansonsten rechne es sich nicht und werde wohl auch nicht repowert, also nicht neu gebaut.

Die nächste Ausschreibung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz, wie das Prozedere heißt, findet im Oktober statt. Entsprechend des gefassten Stadtratsbeschlusses wird sich die Windpark GmbH daran erstmals beteiligen. Um ihre Ernsthaftigkeit zu untermauern, müssten die Bieter dabei eine Sicherheit hinterlegen. Das sind für die GmbH etwa 70.000 Euro, sagte Bürgermeister Olaf Oettel (parteilos). Wird die Ausschreibung gewonnen und anschließend auch der Strom geliefert, gebe es das Geld zurück. Deshalb soll dann auch zunächst einmal eine neue und leistungsstärkere Windkraftanlage errichtet werden. Diese werde aber nicht zusätzlich zu den schon bestehenden Anlagen kommen, sondern als Ersatzneubau. "Es sollen ja ohnehin die Altanlagen demontiert werden. Erfolgt der eine Neubau, werden sicherlich zunächst die Anlagen zurückgebaut, die unmittelbar im Strömungsschatten der neuen stehen", so Oettel. Ursprünglich hatte die Windpark GmbH die Idee, vier Neuanlagen zu errichten und dafür neun alte abzureißen. Weil der Stadtrat von diesen Plänen aber erst viel zu spät unterrichtet worden war, hatte er vor inzwischen rund zwei Jahren sein Veto eingelegt. Seither dümpelte der Windpark in der öffentlichen Wahrnehmung mehr oder weniger vor sich hin.

Sollte es zum Neubau einer oder auch mehrerer Anlagen kommen, wird die Stadt dafür kein Geld zur Verfügung stellen. Die Finanzierung muss laut Oettel allein aus den Rücklagen der Gesellschaft sowie über Kredite erfolgen.

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