Chemnitztalradweg: Brückenbau verzögert sich, Kosten steigen

Ab März sollte der Abschnitt von Markersdorf nach Diethensdorf gebaut werden. Doch die Ausschreibung brachte eine böse Überraschung und verunsichert Kleingärtner.

Markersdorf/Diethensdorf.

Auch im Schweizerthal verschwinden nach Plusgraden und Regen die letzten Schneereste. Eigentlich beste Bedingungen, um den Ausbau des Chemnitztalradweges zwischen Markersdorf und Diethensdorf fortzusetzen. "Das dachten wir auch", sagte Günter Hermsdorf, Chef des zuständigen Zweckverbandes. Zur Verbandsversammlung am Mittwochabend sollten die Bauleistungen für die Sanierung von zwei Brücken über die Chemnitz und die dazugehörige Baustraße in Höhe von rund 1,7 Millionen Euro vergeben werden. Doch es kam nicht dazu.

Ende vorigen Jahres waren die Bauarbeiten öffentlich ausgeschrieben worden. Vier Baufirmen gaben ihre Angebote ab. Bei der Auswertung stellte sich heraus, dass ein Bieter knapp unter 2 Millionen Euro lag, drei darüber. "Das Ingenieurbüro stellte aber fest, dass der preiswerteste Anbieter mehr als zehn Prozent billiger war als die anderen", sagte Hermsdorf. Um zu prüfen, ob der Preis angemessen ist, forderte das Büro nachträgliche Erklärungen. Doch die Firma sei nicht darauf eingegangen, so Hermsdorf. Deshalb kam der zweitbeste Bieter mit rund 2,2 Millionen Euro in Betracht und hätte den Zuschlag erhalten können. "Aber das können wir nicht verantworten", sagte Hermsdorf. Denn im Haushaltsplan waren die Baukosten mit 537.000 Euro weniger als das Ergebnis der Ausschreibung angegeben worden. Die Differenz müsste aus Eigenmitteln kommen. Unklar sei auch, ob für die Kostenexplosion zusätzliche Fördergelder genehmigt werden, ergänzte Hermsdorf. Der Verband wolle kein Risiko eingehen, denn die höheren Kosten müssten die Gemeinden bezahlen, die dem Zweckverband angehören: die Städte Burgstädt und Lunzenau sowie die Gemeinden Claußnitz, Königshain-Wiederau, Lichtenau und Taura. Jährlich zahlen diese bereits 10.000 Euro. Eine weitere Belastung, vor allem für die kleineren Kommunen, sei nicht zumutbar, erläuterte Hermsdorf.

Er schlug deshalb vor, die Ausschreibung aufzuheben und die Arbeiten über Einzellose erneut auszuschreiben. Je nach finanzieller Lage könnten dann die Arbeiten vergeben werden. Es sei absehbar, dass die hohen Baupreise zurzeit nicht sinken. Deshalb werde Schritt für Schritt das Vorhaben umgesetzt. Auch kleinere Bieter hätten dann eine Chance, erörterte Hermsdorf. Zuerst solle die Baustraße gebaut werden. Das heißt aber auch: Der Zeitplan verzögert sich.

Ziel war es, bis Frühjahr 2018 ein Großteil der 2,2 Kilometer langen Strecke auszubauen. Die kleinere Brücke über den Amselgrundbach (2) sei für rund 75.000 Euro saniert. Restarbeiten an dieser Stahlbetonbrücke müssten noch erledigt werden. Die Sanierung der beiden Stahlbrücken über die Chemnitz (3 und 4) wären die Mammutaufgabe in diesem Jahr. Parallel zu den Brücken werde über Konsolen der Radweg angelegt. Notwendig seien Betonarbeiten und Korrosionsschutz. Die Sanierung der Brücke 1 war für 2018 geplant. Nun richte sich der Zeitplan nach der neuen Ausschreibung und dem Geld, so Hermsdorf. Alle Verbandsmitglieder stimmten der Vorgehensweise zu.

Der neue Zeitplan verunsichert indes Kleingärtner in der Naherholungsanlage Amselgrund in Markersdorf. Sie befürchten, dass sie ihre Grundstücke kaum oder gar nicht erreichen können. Hermsdorf sicherte zu, dass es dieses Jahr keine dauerhaften Einschränkungen oder Umleitungen gebe. Wenn die Brücke über den Röllingshainer Bach (1) im nächsten Jahr saniert wird, ist eine Zufahrt während der Bauphase nicht möglich, sagte Hermsdorf. Ein Zugang für Fußgänger soll über eine Konsole an der Stahlbrücke ermöglicht werden. Parken sei im Schweizerthal möglich.

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