Etikett-Kunst für die Flasche

Gastronom André Donath will zum 875-jährigen Bestehen der Stadt ein Jubiläumsbier brauen. Diese Idee hatten aber auch schon andere.

Im Jahr 2010 zeichnete Künstler Jan Kummer ein Bild. Ohne Titel, aber mit Würstchen, Grünkohl und Bierflaschen drauf. Jetzt könnte dieses Bild zu einem Symbol für das anstehende Stadtjubiläum werden. Denn das ursprünglich ein mal ein Meter große Werk wurde reproduziert und auf acht mal zehn Zentimeter Etikettgröße geschrumpft. Nun ziert es 30.000 Bierflaschen, deren Inhalt im Turmbrauhaus hergestellt wird. Das Bier gibt es künftig im Handel und soll auf das im kommenden Jahr anstehende 875-jährige Bestehen der Stadt Chemnitz aufmerksam machen.

Die Idee hatte Inhaber André Donath, begeisterter Kunstfreund und -sammler. "Ich hatte Jan Kummers Bild in einer Ausstellung in den Kunstsammlungen hängen sehen und es sofort mit dem Etikett assoziiert", erinnert er sich. Künstler, Musiker und Club-Betreiber Jan Kummer ließ sich nicht lange bitten. "Ich mache nicht nur elitäre Kunst, sondern bin auch für bodenständige Illustration zu haben", sagte er gestern und drehte eine der Flaschen zwischen den Fingern.

Zur Bierpräsentation war auch Sören Uhle, Chef der Chemnitzer Wirtschaftsförderung CWE, gekommen. Er sei begeistert, wenn es viele Ideen gibt, um das Stadtjubiläum zu bewerben, gerne auch aus der Lebensmittelbranche, so Uhle. Jubiläumswurst vom Chemnitzer Fleischer, Jubiläumsbrötchen vom Bäcker - "bestenfalls vermarkten wir am Ende einen ganzen Präsentkorb voller Jubiläumsprodukte", sagt Uhle. Ins Körbchen könnte dann nicht nur Donaths Bier wandern, das er übrigens in Hartmannsdorf abfüllen lässt. Denn in den verbliebenen Chemnitzer Brauereien in Einsiedel und Reichenbrand wird mit eigenem Gebräu auf das anstehende 875-jährige Bestehen der Stadt angestoßen. "Auch wir werden ein Jubiläumsbier auflegen", so Sandra Frenzel, Prokuristin des Einsiedler Brauhauses. Als Produzent des vor Jahren von Stadtbewohnern mitabgeschmeckten Pils der Chemnitzer sei das "Ehrensache". Michael Bergt von der Reichenbrander Brauerei bestätigt ebenso Pläne, im nächsten Jahr ein Extra-Pils aufzulegen. Nur von Braustolz wird es wohl keine Sonder-Edition geben. Da ziehe der Konzern sicher nicht mit, so Mitarbeiter hinter vorgehaltener Hand.

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