"Freie Presse"-Leser zeigen Herz

Die Spendenaktion des Vereins "Leser helfen" für eine Drillings-Mutter, deren Töchter alle mit einem Handicap leben, trifft auf große Resonanz. Eine besondere Aktion gab es gestern Abend auf dem Kaßberg zu erleben.

Gerda Meier (Name geändert) hatte schon immer ein Herz für Menschen in Not. Doch die Berichte der "Freien Presse" über Jana Kießl und deren drei 17-jährige Töchter gingen der Rentnerin aus Bernsdorf besonders nahe. Die Drillinge leben nach Komplikationen während der Geburt alle mit mehr oder weniger großen Handicaps. Für Gerda Meier war klar: Sie und ihre Mutter verdienen Unterstützung. 1000 Euro spendete die 74-Jährige nun für eine Aktion des Vereins "Leser helfen", mit der ein größeres Auto für die Vier finanziert werden soll.

Denn es gibt ein großes Problem: Sabrina, eines der Drillingsmädchen, kann sich nur noch mithilfe eines elektrischen Spezialrollstuhls selbstständig fortbewegen, seit sich ihre Erkrankung stark verschlechtert hat. Doch dieser Rollstuhl steht der 17-Jährigen nur in der Schule zur Verfügung - weil er nicht in das Familienauto passt. Also muss Sabrina nachmittags umsteigen in einen einfachen Klapprollstuhl, den sie allerdings nicht allein bewegen kann. Die Folge: Sie ist zu Hause ständig auf die Hilfe anderer angewiesen.

Optimal wäre ein speziell ausgerüsteter Hochdachkombi, in den Sabrina über eine Rampe in das Auto hinein- und wieder herausfahren könnte. Solche Fahrzeuge gibt es, doch haben die ihren Preis. Eine Finanzierung aus eigener Kraft ist Jana Kießl als alleinerziehender Mutter nicht möglich. Wegen der Betreuung ihrer Mädchen kann sie nicht Vollzeit arbeiten. Staatliche oder sonstige Zuschüsse für derlei Großinvestitionen gibt es nicht.

Dabei wäre ein solches Auto dringend nötig. Denn nahezu täglich stehen für Sabrina und ihre Schwestern Termine an - beim Arzt, in der Reha oder bei der Physiotherapie. Zudem werden immer wieder Vorstellungen bei auswärtigen Spezialisten nötig. Eine dieser Touren führt sie regelmäßig in eine Klinik in Thüringen.

Auch auf dem Kaßberg waren die Schwierigkeiten der Kießls gestern Abend Thema. Im Rahmen der Aktion "Lebendiger Adventskalender" öffnete sich an der Theodor-Lessing-Straße Türchen Nummer 8 - in Form eines kleinen Hausflur-Konzerts des Posaunenchors der Trinitatis-Gemeinde Hilbersdorf. Dazu gab es selbst gebackene Plätzchen, Tee, Kinderpunsch, Glühwein, Speckfettbemmen - gegen eine Spende für den Verein "Leser helfen". "Das Geld soll Familie Kießl erhalten", sagt Mitorganisatorin Grit Linke. Mehr als 300 Euro kamen zusammen.

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