Lichtschwerter, Filmmusik und ein Feuerwerk bei den Classics unter Sternen

Mit Melodien, die ein breites Publikum kennt, hat "Classics unter Sternen" wieder einen Erfolg eingespielt. Als die letzten Sitzplatzkarten verkauft waren, hatte der Veranstalter eine ungewöhnliche Idee.

Der Kampf um den Todesstern wird im Chemnitzer Abendschein ausgefochten, Raumschiffe schwirren über die Leinwand auf dem Theaterplatz, ein in weiß gekleidetes Orchester streicht, bläst und schlägt, was das Zeug hält - 3500 Menschen sind gebannt. Als die Vogtlandphilharmonie am Samstagabend zur achten "Classics unter Sternen" die berühmte "Star Wars"-Melodie von John Williams anstimmt, verstummt das Gemurmel im Publikum. Schon seit drei Wochen sind die Classics, diesmal unter dem Motto Filmmusik, ausverkauft.

Als sich die große Nachfrage abzeichnete, überarbeiteten die Organisatoren kurzfristig ihr Sitzkonzept und stellten zusätzliche Stühle auf, so Veranstalter Matthias Krauß. Und es reichte dennoch nicht. Um die wartenden Menschen an der Abendkasse nicht zu enttäuschen, wurden kurzerhand sogenannte Flanierkarten ins Spiel gebracht. Mit diesen konnten sich Gäste ohne festen Sitzplatz auf dem Gelände bewegen und sich etwa auf einer Bank oder im steinernen Rondell am Theaterplatz niederlassen. "Wir waren rundum zufrieden. Es war eine gute Entscheidung, ,Classics unter Sternen' in die Filmnächte zu integrieren", sagte Krauß.

Durch den Fokus auf populäre Filme und die dementsprechend einem breiten Publikum geläufige Musik wurden auch deutlich jüngere Gäste angelockt, als es bei früheren Veranstaltungen der Fall war. Die Kinoleinwand zeigte Ausschnitte aus Filmen wie "Wie im Himmel", "Der König der Löwen" und "Guardians of the Galaxy". Das Orchester spielte dazu einen Titel aus dem Soundtrack, während sowohl Musiker als auch Sänger vergrößert live ins Bild montiert wurden. So konnten auch Zuschauer in den hinteren Reihen das Bühnengeschehen verfolgen. Über 25 Filmmusiken wurden gespielt, stets mit Witz und Charme anmoderiert sowie mit Hintergrundinformationen versehen durch Stefan Fraas, Dirigent und Generalmusikdirektor der Vogtlandphilharmonie.

Zum heimlichen Star des Abends avancierte neben den beiden Solisten Judith Lefeber und Franco Leon die Sopranistin Elena Fink. Als sie in barockem Dress die Arie "Lascia ch'io pianga" von Georg Friedrich Händel sang, sorgte sie nicht nur für Faszination, für Schönheit und Gänsehaut. Nein, sie brachte auch die klassischen Töne in die weitgehend von modernerer Musik geprägte Veranstaltung. Ob alt oder neu - das Publikum ließ sich stets mitreißen. Als "I will survive" mit Ausschnitten aus dem Streifen "Der Marsianer" erklang, klatschten die Besucher begeistert mit, der eine oder andere stimmte sogar mit ein. Das Orchester erntete schließlich tosenden Applaus und anerkennende Pfiffe. Drei Zugaben erklatschte sich das Publikum. Am Ende wurde es mit einem Feuerwerk belohnt.

Und: Nach den Classics ist vor den Classics. Der Termin für nächstes Jahr ist besonders gut zu merken: Am 18.8.2018 soll erneut Filmmusik im Mittelpunkt und die Vogtlandphilharmonie auf der Bühne stehen, kündigt Veranstalter Krauß an.

Erst die Classics, dann das Stadtfest

Frank Wagner (62) aus Dresden, Vertriebsmitarbeiter: "Die Veranstaltung hat uns sehr interessiert, und auch einen Besuch des Theaterplatzes hatten wir uns schon lange vorgenommen. Die Vogtlandphilharmonie habe ich mit meiner Frau übrigens schon einmal in Bad Elster gesehen."

Peter Lißner (37) aus Niederwiesa, Konstrukteur: "Ich hatte eine Einladung für diesen Abend von meinem Geschäftsführer bekommen. Das Thema der live vertonten Filmsounds spricht mich auf jeden Fall sehr an. Nächste Woche habe ich mir dann das Chemnitzer Stadtfest vorgenommen."

 

Ramona Jochmann (52) aus Chemnitz, Lehrerin: "Erst wollte ich nicht gehen, habe mich dann aber spontan entschieden. Es war mein erstes ,Classics unter Sternen'. Zum Stadtfest gehe ich vermutlich nicht, da spielt mittlerweile das Kulinarische eine zu große Rolle. Ich gehe lieber tanzen."

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