Sabrinas beschwerliche Wege zur Therapie

Das Schicksal der 17-Jährigen bewegt die Leser der "Freien Presse". Dank vieler Spenden könnte ihr Alltag bald deutlich leichter werden.

Das Problem stellt sich jeden Tag aufs Neue: Weil ihr Arm seit zwei Jahren völlig verkrampft ist, ihre Hand sich aus eigener Kraft kaum mehr öffnen lässt, stehen für Sabrina Kießl nahezu täglich Termine bei Physio- und Ergotherapeuten an. Die 17-jährige Chemnitzerin lebt mit einer körperlichen Behinderung, kann sich ohne Unterstützung kaum fortbewegen. Eine Folge unerwarteter Komplikationen bei der Geburt von ihr und ihren Drillingsschwestern Vanessa und Alina.

Sabrinas Therapieprogramm ist vielfältig: Gestern Nachmittag standen unter anderem Übungen für ihre Hand auf dem Programm. An anderen Tagen warten ein Barren oder ein Laufband auf sie, um operierte Knochen und Muskeln zu trainieren. Jeden Mittwoch geht es ins Bewegungsbad. "In der Ergotherapie lassen sich die Therapeuten immer wieder etwas einfallen, was Sabrina mit nur einer Hand basteln kann", schildert Mutter Jana Kießl. "Es ist erstaunlich, was für tolle Ergebnisse da herauskommen."

Das Problem: Die Fahrten zu den Therapien sind für Sabrina mit gewaltigen Anstrengungen verbunden. Nicht nur wegen des beschwerlichen Ein- und Aussteigens. Sondern auch, weil sie ihren Elektrorollstuhl nicht mitnehmen kann, mit dem sie auch ohne fremde Hilfe mobil ist. Rollis dieser Art und Größe aber passen nicht in gewöhnliche Autos. Also bleibt nur das Umsteigen in einen kleineren Klapprollstuhl, der von einer Begleitperson bewegt werden muss.

Zu den alltäglichen Fahrten hinzu kommen mindestens zweimal jährlich größere Touren nach Thüringen. Dort werden Sabrina und ihre beiden Schwestern von Orthopädiespezialisten behandelt. "Die Situation ist dann dieselbe", schildert Jana Kießl. "Der Elektro-Rolli muss jeweils in Chemnitz bleiben."

Abhilfe schaffen könnte ein größeres, rollstuhlgeeignetes Auto. Ein speziell ausgerüsteter Hochdachkombi, in den Sabrina über eine Rampe hinweg mit ihrem Rolli einfach ein- und ausfahren könnte. Weil die beträchtlichen Anschaffungskosten für die alleinerziehende Mutter nicht zu stemmen sind und auch keine Zuschüsse vom Staat oder von Versicherungen in Aussicht stehen, sammelt der Verein "Leser helfen" derzeit Spenden. Gut 25.000 Euro sind bereits zusammengekommen. Ein Ende der beschwerlichen Wege scheint greifbar nahe.

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