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Das Unternehmen Mitnetz Strom will vom Elsdorfer Umspannwerk aus eine Starkstromleitung nach Limbach-Oberfrohna bauen. Im Peniger Ortsteil Tauscha sorgt die geplante Trasse für großen Widerstand.

Foto: Mario HoeselBild 1 / 2

Stromtrasse: Bürgerinitiative erhöht Druck

Ein Netzbetreiber will eine Starkstromleitung in der Region bauen. Kommunen und Verbände plädieren für eine Erdverkabelung. Anwohner wollen sich jetzt Unterstützung von vielen Seiten holen.

Von Uwe Lemke
erschienen am 14.06.2018

Penig/Mühlau. Bei ihrer Forderung, wonach Mitnetz Strom die geplante 110-Kilovolt-Trasse von Limbach-Oberfrohna nach Oberelsdorf nicht als Freileitung, sondern als Erdkabel errichten soll, legt die Bürgerinitiative (BI) "Erdverkabelung Tauscha" nochmals kräftig nach. In Briefen an die Staatskanzlei sowie an Landtags- und Kreistagsfraktionen bittet die BI um Prüfung der aktuellen Lage. Vom Leitungsbau Betroffene hatten in den zurückliegenden Wochen die Möglichkeit, der Landesdirektion ihre Meinung mitzuteilen. Die Behörde muss entscheiden, ob Baurecht erteilt wird oder nicht. Bis dahin werden noch Monate vergehen.

BI-Mitglied Helmar Biering verweist in einem Statement, welches mit Vertretern der betroffenen Landeigentümer erarbeitet wurde, darauf, dass die Mehrkosten einer Erdverkabelung gegenüber dem Freileitungsbau zumutbar seien.

Auch Belange des Naturschutzes sprechen laut Biering nicht gegen eine Erdverkabelung. Mittlerweile haben sich auch Naturschutzverbände wie BUND, Nabu, Grüne Liga und der Sächsische Heimatschutz für eine Erdverkabelung ausgesprochen. Dadurch sehen sich Biering und die BI in ihrer Auffassung bestärkt, dass eine Freileitung die Landschaft verschandeln, Naturschutzgebiete beeinträchtigen und zusätzlich zur Autobahn Belastungen für die Anwohner bringen würde. Peniger Nachbarorte wie die Gemeinden Mühlau und Hartmannsdorf hatten sich bereits gegen eine Freileitung positioniert. Penig selbst, so beschloss es der Stadtrat, bevorzugt ebenfalls die Erdverkabelung und will, dass die Trasse mindestens bei Tauscha unterirdisch verlegt wird. Burgstädt hatte schon im Vorfeld der Planungen eine Trassenänderung erzwungen.

Kürzlich hat auch der Heimat- und Verkehrsverein "Rochlitzer Muldental" erklärt, dass ein Freileitungsbau keine Zustimmung findet, weil dieser eine große Beeinträchtigung des Landschaftsbildes darstelle. "Das Gebiet ist überregional touristisch relevant und dient gleichzeitig den Bürgern zur Naherholung. Sowohl der Mulderadweg als auch der Muldentalwanderweg führen unweit der Trasse vorbei", erklärt Vereinsvorsitzender Johannes Voigt. Und nicht zuletzt sei das Terrain Bestandteil der Bilz-Gesundheits- und Aktivregion. "Dafür und für die vielen touristischen Freizeitaktivitäten sind eine intakte Natur und eine unverbaute Landschaft unabdingbar", so Voigt. Dazu komme, dass der Ein Freileitungsbau in diesem Abschnitt des Landschaftsschutzgebietes dem Naturschutzgesetz und der Europäischen Vogelschutzverordnung widerspreche. Angesichts aller Argumente steht auch für Biering von der BI fest: "Mitnetz Strom ist gesetzlich verpflichtet, die geplante Hochspannungstrasse als Erdleitung auszuführen."

Mitnetz selbst versichert in einem Informationsbrief, "wie vom Gesetzgeber gefordert, ergebnisoffen eine komplette Freileitungs- und eine komplette Erdverkabelungs-Variante" gegenüber der Landesdirektion vorgelegt zu haben. Der Stromnetzbetreiber will mit dem Bau der Leitung zwei Hochspannungsnetze - eins im Süden und eins im Norden des Landkreises - miteinander verbinden. Dadurch sollen die Leistungsfähigkeit des Stromnetzes verbessert und die Versorgungssicherheit erhöht werden. Laut dem Unternehmen werde das Netz durch steigende Stromeinspeisung aus erneuerbaren Energiequellen stärker belastet. Daher bestehe Handlungsbedarf.

In seinem Schreiben an die Staatskanzlei kritisiert Biering unter anderem auch das Landratsamt Mittelsachsen, speziell "die Rechtmäßigkeit der naturschutzfachlichen Einschätzung" der dort angesiedelten unteren Naturschutzbehörde. Er vermutet, dass sich das Landratsamt gegenüber der Landesdirektion für die Freileitungs-Variante ausgesprochen habe und somit nicht die Interessen der Betroffenen vertrete. Auf Anfrage der "Freien Presse" hält sich die Landkreisbehörde bedeckt. "Der Landkreis wird sich im Rahmen des Verfahrens gegenüber der Landesdirektion hierzu äußern", sagte Pressesprecher André Kaiser. Die Landesdirektion reagiert ähnlich. "Stellungnahmen Dritter werden durch die Landesdirektion, insbesondere bei laufenden Verfahren, nicht öffentlich kommuniziert", so Pressesprecher Gunter Gerick. (mit bj)

 
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