Warum so lange am Chemnitztalradweg gebaut wird

Der neue Abschnitt zwischen Wittgensdorf und Markersdorf wird morgen eröffnet. Der Bau der nächsten Etappe gestaltet sich indes schwierig.

Markersdorf.

Die Fertigstellung des 5,7 Kilometer langen Abschnitts zwischen Wittgensdorf und Markersdorf soll morgen gefeiert werden. Dabei war der Weg dahin steinig. Die Idee wurde bereits 2003 geboren, als die Strecke der Chemnitztalbahn stillgelegt wurde.

Aber erst 2007 bestand die Möglichkeit, dass der neugebildete Zweckverband den stillgelegten Abschnitt der Bahn kaufen konnte. Mit einem Baustart wurde 2008 gerechnet. Ein Planfeststellungsfahren startete erst 2009. Nach zwei Jahren bestand Baurecht. Doch es wurde immer noch nicht gebaut. Auflagen des Naturschutzes, Grundstücksfragen und die Finanzierung mussten geklärt werden. Schließlich begann der Bau 2014. Ende 2016 war die Strecke befahrbar. Doch wegen Restarbeiten erfolgt die Freigabe erst jetzt. Rund 3,9 Millionen Euro wurden investiert. Günter Hermsdorf, Chef des Zweckverbandes, hofft, dass es bei der Weiterführung in Richtung Diethensdorf nicht so lange dauert. Doch es gibt Verzögerungen: 2012 waren die Planungen für die 2,2 Kilometer lange Trasse fertig. Baurecht bestand erst zwei Jahre später. Auch da musste bei Fragen des Umweltschutzes nachgebessert werden. Probleme bereitete indes mehr die Finanzierung. Schließlich erfolgte Ende 2016 der Baustart. Eine kleine Brücke über den Amselgrund ist fast fertig saniert. Doch der Weiterbau verzögert sich erneut.

Die Ausschreibung der nächsten Arbeiten ergab, dass der Angebotspreis von 2,2 Millionen Euro 25 Prozent über den kalkulierten Kosten lag. Deshalb wurde die Ausschreibung aufgehoben. "Der Verband wolle kein Risiko eingehen", sagte Hermsdorf. Denn die höheren Kosten müssten die Gemeinden bezahlen, die dem Verband angehören: die Städte Burgstädt und Lunzenau sowie die Gemeinden Claußnitz, Königshain-Wiederau, Lichtenau und Taura. Jährlich zahlen diese bereits 10.000 Euro. Die Arbeiten erfolgen jetzt je nach finanzieller Lage.

Zur Verbandsversammlung in dieser Woche wurde das Anlegen einer Baustraße mit Kosten in Höhe von knapp 142.000 Euro an einen Bauverbund übertragen. Doch Maurer- und Betonierarbeiten zur Instandsetzung von zwei Brücken- und Widerlager wurden noch nicht beauftragt. Denn die Ausschreibung laufe noch. "Aber wenn der Preis über unserer Kalkulation liegt, müssen wir neu entscheiden", so Hermsdorf. Laufe alles gut, könnten die Arbeiten bis Oktober beendet sein. Aber da nicht wie ursprünglich eine Firma sondern mehrere am Radweg arbeiten, könnte es zu Behinderungen geben. Das beträfe auch den Anbau von Konsolen an zwei Stahlbrücken, erläuterte Hermsdorf. Eine Ausschreibung soll umgehend erfolgen, aber ein Baubeginn könne voraussichtlich erst im Frühjahr 2018 ins Auge gefasst werden.

Über die weitere Vorgehensweise bestehe noch Klärungsbedarf, hieß es. Zum nächsten Treff im Mai werden Resultate vorgestellt. Dann seien auch Verfahrensfragen zum Abschnitt Wittgensdorf-Markersdorf entschieden, wie die Widmung sowie die Pflege und Unterhaltung des Radweges. Lichtenaus Bürgermeister Andreas Graf schlug zudem vor, weitere touristische Hinweisschilder anzubringen sowie W-Lan und Hotspots zu installieren.

Radfest Die Verkehrsfreigabe erfolgt morgen um 10 Uhr an der Unteren Hauptstraße in Wittgensdorf. Ab 11 Uhr beginnt ein Fest am Museumsbahnhof Taura-Markersdorf. An der Strecke gibt es Aktionen, so in Köthensdorf.

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