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Busse der CVAG bringen abreisende Festivalbesucher zum Bahnhof. Weit über 150 Mal waren die "Space Shuttles" am Wochenende im Einsatz.

Foto: Andreas SeidelBild 1 / 3

Ziemlich fertig, aber glücklich: Der Abflug der Kosmonauten

Bis morgen soll das Gelände rund um den Stausee wieder sauber sein. Und das auch dank der Festivalbesucher.

Von Michael Müller
erschienen am 19.06.2017

Wenn heute Morgen um 7.50 Uhr irgendwo in Potsdam eine Schulklingel die erste Unterrichtsstunde einläutet, dann wird ein Mathematiklehrer gleich in mehrere müde Gesichter schauen. Seine Schülerinnen Aleksandra, Luise und Antonia haben ein anstrengendes Wochenende hinter sich. Erst zwei Tage lang am Stausee Oberrabenstein bis in die Nacht hinein mit Tausenden anderen bei Livemusik gefeiert, gestern Abend dann noch die Fahrt mit dem Fernbus nach Hause. Der sollte erst um 18.20 Uhr am Busbahnhof starten - alle anderen Busse seien schon ausgebucht gewesen, bedauert das Trio.

So etwas kann passieren, wenn das Kosmonaut-Festival ansteht und aus ganz Deutschland junge Leute nach Chemnitz pilgern. Dass die meisten von ihnen mit weit überwiegend positiven Erinnerungen heimreisen und viele von ihnen im kommenden Jahr wiederkommen wollen, das hat nicht etwas nur mit den Bands auf der Bühne zu tun. Sondern auch mit der offenbar angenehm entspannten Atmosphäre im Vergleich zu anderen Festivals. "Die Toiletten beispielsweise sind sehr sauber, auch die Duschen, die man sogar kostenlos nutzen kann", zollt eine junge Frau aus der Nähe von Dresden den Veranstaltern Respekt. "Das kenne ich auch ganz anders."

Ortstermin gestern Mittag: Während auf dem Campingplatz allmählich auch die letzten Besucher ihre Siebensachen packen, läuft nebenan auf dem eigentlichen Festivalgelände schon seit Stunden das große Aufräumen. Teile der Bühne sind bereits wieder demontiert, Gabelstapler sammeln Dixi-Klos ein, Müllfahrzeuge schafften fort, was die Besucher rund um die Imbissstände hinterlassen haben. Mehr als 500 Menschen sind laut den Veranstaltern vor und hinter den Kulissen des Kosmonaut allein bei Auf- und Abbau tätig gewesen, fast 6000 Arbeitsstunden seien dabei zusammengekommen. Bis morgen soll das Gelände am Stausee komplett beräumt sein und wieder übergeben werden.

Die Zeltplätze können sich schon wieder recht gut sehen lassen. Keine Schlachtfelder mit jeder Menge Unrat werden da von den Abreisenden hinterlassen, sondern zum Teil erstaunlich penibel gesäuberte Flächen. Dies wohl auch das Ergebnis einer "Mülltombola": Besucher, die ihren Abfall bei der Abreise in eigens ausgegebenen Müllsäcken zu Sammelstellen bringen, nehmen an einer Verlosung teil. Auch Freikarten fürs nächste "Kosmonaut" sollen in Aussicht stehen. Das motiviert.

Ein ausgesprochen friedliches Publikum sei das, sagt einer der Ordner. Früher, als in Rabenstein noch das Festival "Splash" gefeiert wurde, da habe es oft Ärger gegeben mit Schmierereien und Sachbeschädigungen. "Jetzt ist unser größtes Problem der Wind, wenn er Teile der Deko fortzureißen droht."

Dr. Sabine Schlag, Chefin der Notfallsanitäter vom privaten Unternehmen "Medi-time", spricht von "lieben, netten, ruhigen Leuten", die sie und ihre Mitstreiter zu versorgen hatten. "Umgeknickte Füße, Insektenstiche, auch mal eine Alkoholvergiftung oder ein Schädel-Hirn-Trauma, aber alles nichts Gravierendes", bilanziert sie.

"Keine größeren Vorkommnisse, keine Anzeigen", meldet auch die Polizei. Aus dem näheren Umkreis allerdings wurde ein Unfall auf der Oberfrohnaer Straße bekannt. Ein VW-Fahrer (23) war am späten Freitagabend beim Überholen mit einem Audi kollidiert. Der Mann hatte keinen Führerschein, die Autokennzeichen waren gefälscht, außerdem stand er unter Drogen. Ein 32-Jähriger Seat-Fahrer wurde zudem nachts mit 1,56 Promille Alkohol im Blut erwischt. Unklar ist, ob er vom Festival kam oder zufällig in der Gegend unterwegs war.

Und die Rabensteiner? Die scheinen mit dem "Kosmonaut" weitgehend ihren Frieden gemacht zu haben. "Wenn man will, dass hier mal was los ist, dann muss man das aushalten", sagt Frank Berger (49), der unweit einer der An- und Abreiserouten zu Hause ist. "Ich glaube, die haben das ganz gut im Griff."

"Viel lauter sollte die Musik bitte nicht sein", sagt Rolf Fischer von der Unabhängigen Bürgerinitiative Rabenstein. Klagen über Festivalbesucher, die sich im Ort daneben benommen haben, seien ihm nicht zu Ohren gekommen. Trotzdem, so Fischer, frage sich so mancher in der Nachbarschaft, ob das Kosmonaut unbedingt jedes Jahr ausgerechnet in Rabenstein stattfinden müsse.

 
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Kommentare
3
Kommentieren (für Digital- und Printabonnenten)
  • 19.06.2017
    21:43 Uhr

    cn3boj00: Freikarten wären okay. Musikalisch nutze ich das zur Weiterbildung. Vom Namen her kannte ich nur 2 Bands, jetzt sind zumindest noch 3 oder 4 dazugekommen die ich interessant fand. Und na ja, ich war Begleitperson. Ist schon richtig dass sie Minderjährige da nicht allein reinlassen. Am Einlass sollte man vielleicht noch die Zahl der Gates erhöhen und dafür etwas besser kontrollieren. Am Ende gab es doch ganz schön viele Flaschen drin, Glas, Plastik und auch lebende:)

    0 1
     
  • 19.06.2017
    11:58 Uhr

    Blackadder: Soweit ich weiß, bekommen die Anwohner Freikarten. Zum Rest kann ich nur sagen: auf den Punkt gebracht. Musikalisch hats mich dieses Jahr auch nicht vom Hocker gehauen, aber Atmosphäre und Freundlichkeit von Publikum UND Dienstleistern wie immer top.

    0 4
     
  • 19.06.2017
    11:02 Uhr

    cn3boj00: Kosmonaut, dass sind moderne Hippies (auch mit Blumenkränzen), das ist ein klein wenig Antifa, und es ist vor allem eins: viel Spaß und gute Laune. Die Besucher sind vor allem fröhlich und freundlich, auch die die schon ein Bier zu viel haben. Und bitte, liebe Rabensteiner, das Festival gehört zum Stausee, wie Rock am Ring zum Nürburgring. Vielleicht lässt sich der Veranstalter was einfallen und gibt den Anwohnern nächstes Jahr Karten zum halben Preis, denn das beste ist: einfach mitfeiern.
    Nur eins war schade: ab 22 Uhr nur noch Hiphop, der Headliner eine Enttäuschung. Vielleicht den Hiphop mal am Nachmittag machen, auch für die vielen minderjährigen Fans, und einen Headliner, der den Namen verdient hat.

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