Blogger startet Video-Kampagne für Ausbildung im Erzgebirge

Koch, Tischler, Zerspanungsmechaniker: Lehrberufe gibt es Hunderte. Wer sich für einen davon entscheidet, sollte wissen, was sich dahinter konkret verbirgt. Genau darüber will Patrick Schmidl aufklären. Die Art und Weise unterscheidet sich allerdings von bisher üblichen Vorgehensweisen.

Annaberg-Buchholz.

Auf dem Ausbildungsmarkt sah es wohl noch nie so gut aus wie derzeit. Zumindest aus Sicht der angehenden Lehrlinge. Die Zeiten, in denen auf eine Stelle Dutzende Bewerber kamen, sind lange vorbei. Heute müssen die Unternehmen um Azubis buhlen. Doch auch wenn die Ausgangslage komfortabel ist, haben die Jugendlichen dennoch die Qual der Wahl. Welche Ausbildung ist die richtige für mich? Was lernt man da konkret? Gibt es eventuell auch Nachteile, die ich wissen müsste?

Viele Fragen, die Patrick Schmidl versucht zu beantworten. Der 18-Jährige hat sich in den vergangenen Jahren einen Namen als Youtuber gemacht und schließlich noch vor seiner Volljährigkeit den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt. Er dreht Imagefilme für Unternehmen und kümmert sich um das Social-Media-Marketing. Zu seinen Kunden zählen Eins Energie und die Randfichten. Und mit seinem neusten Projekt, das unter dem Motto "Wir bleiben hier! Du auch?" läuft, verfolgt er ganz konkrete Ziele.

In sechs bis siebenminütigen Videoclips werden verschiedene Ausbildungsberufe vorgestellt. Dabei kommen vor allem diejenigen zu Wort, die es wissen müssen: aktuelle Auszubildende. In der ersten Staffel, die am Samstag startet, wird es elf Videos geben. Gedreht wurde bei Firmen aus dem Erzgebirge. Vorgestellt werden Berufe wie Koch, Lkw-Fahrer, Altenpflegerin, Zerspanungsmechaniker, Tischler, Busfahrer, Maschinen- und Anlagenfahrer ... "Ich wollte eine gute Mischung", erklärt Patrick Schmidl die Auswahl. Veröffentlicht werden die Clips im Internet vor allem auf Social-Media-Kanälen wie Facebook, Youtube und Instagram. Die Videos werden dort gezeigt, wo sich Jugendliche virtuell ohnehin aufhalten, sagt der 18-Jährige. Finanziert wird das Ganze vor allem von den Firmen, bei denen gedreht wurde. Sie dürfen die Clips dann auch selbst für ihre Azubi-Suche nutzen. Einen großen Einzelpartner hat Schmidl also nicht. "Mir war es wichtig, dass ich unabhängig arbeiten kann."

Die Idee zu der besonderen Video-Kampagne, die es so laut Schmidl noch nicht gab, hatte der Neudorfer bereits in der achten beziehungsweise neunten Klasse. Damals überlegten viele seiner Schulfreunde, was sie beruflich machen wollen. Da merkte er, dass viele trotz Berufsvorbereitung, Woche der offenen Unternehmen und Schulpraktikum unsicher sind. "Man weiß oft gar nicht, was es für Berufe überhaupt alles gibt und was sie beinhalten", sagt der Erzgebirger. Warum also nicht einfach junge Menschen erklären lassen, was sie in den jeweiligen Berufen machen und ob es Spaß macht. Um nicht nur an der Oberfläche zu kratzen, sind die Videos auch etwas länger, als dies für die sozialen Netzwerke normalerweise empfohlen wird. "Ich will etwas vermitteln, dazu braucht es etwas mehr Zeit", so Patrick Schmidl. Und wenn sich die Jugendlichen für etwas wirklich interessieren, nehmen sie sich auch die Zeit. Und: Auch negative Aspekte werden angesprochen. "Das war mir wichtig. Wenn man mit etwas gar nicht leben kann, ist es auch nicht der richtige Beruf."

Bis alle Videos für die erste Staffel, eine zweite soll noch in diesem Jahr folgen, im Kasten waren, wurde wochenlang gedreht und geschnitten. Nach und nach werden die Ergebnisse nun veröffentlicht. Die Dreharbeiten für die zweite Staffel sollen möglicherweise im Herbst beginnen. Welche Berufe dann vorgestellt werden, sei aber noch offen. "Ich werde aber jeden nur einmal machen", sagt der 18-Jährige.

"Wir bleiben hier! Du auch? Deine Ausbildung im Erzgebirge" startet am 24. März. Pro Woche werden zwei Videos veröffentlicht. www.facebook.com/erzlive

www.instagram.com/erzlive

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