Spezialfahrzeug ist bald wieder im Dienst

Seit einem Brand im November musste auf die Drehleiter der Freiwilligen Feuerwehr Buchholz verzichtet werden. Nun kehrt sie von einer Reparatur zurück in den Stadtteil, in dem es immer wieder Brandstiftungen gibt. Das Fehlen der Leiter konnte aber kompensiert werden - auch dank neuer Technik in Crottendorf.

Buchholz/Crottendorf.

Ab dem Wochenende sollen im Altkreis Annaberg drei große Feuerwehr-Drehleitern stationiert sein. Dann kehrt ein solches Spezialfahrzeug nach Buchholz zurück, das seit einem Großbrand in dem Stadtteil Ende November nicht mehr einsatzfähig war. Laut Stadtverwaltung gab es verschiedene Schäden an der Drehleiter der Freiwilligen Feuerwehr Buchholz, weshalb diese repariert werden musste. Morgen soll sie aus Frankenberg zurückgeholt und wieder in den Dienst gestellt werden, wie Wehrleiter Steffen Mitte bestätigt. Natürlich sorge das für mehr Sicherheit in Buchholz und den umliegenden Orten - auch im Hinblick auf eine Brandserie im Stadtteil.

In der Zwischenzeit alarmierte die zuständige Leitstelle bei Bedarf die Ehrenfriedersdorfer oder Crottendorfer Wehr mit ihren Drehleitern. Während erstere seit dem Frühjahr 2015 in der Bergstadt stationiert ist, kam letztere als Dritte im Bunde Ende 2017 hinzu - finanziert von der Gemeinde und mit Fördergeld. Die Crottendorfer haben ihr neues Fahrzeug etwas eher als geplant in den Dienst gestellt, nachdem das Buchholzer ausgefallen war. Seit Anfang Dezember sind Einsätze in umliegenden Orten möglich, erklärt Wehrleiter Uwe Markert. Der erste erfolgte am 13.Dezember. Seitdem seien die Kameraden mit der Drehleiter und Begleitfahrzeugen 18-mal ausgerückt - etwa in fünf Fällen wegen Bränden wie am Annaberger Gewerbering. Teilweise konnte aber noch während der Fahrt oder vor Ort Entwarnung gegeben werden. Neun Mal wurden die Helfer zudem von der Rettungsleitstelle alarmiert, weil Brandmeldeanlagen ausgelöst hatten - darunter Ende Februar in der Erzgebirgssparkasse an der Großen Kirchgasse in Annaberg-Buchholz. Alle diese Vorfälle erwiesen sich aber als Fehlalarme - verursacht zum Beispiel durch Zigarettenrauch oder Wasserdampf. Arbeitsreich war hingegen ein Einsatz, als die Kameraden neben der Annaberger Wehr zu einer Werkstatt in die Kreisstadt gerufen worden sind. Dort lag infolge eines Sturmschadens eine zirka 20Meter hohe Fichte auf dem Gebäude und wurde von der Drehleiter aus abgetragen.

Aktuell haben 14 Maschinisten der Crottendorfer Wehr die nötige Ausbildung, um das Fahrzeug zu bewegen. 23 Atemschutzgeräteträger dürfen den Rettungskorb bedienen, 10 Motorkettensägenführer aus dem Drehleiterkorb schneiden. "Weitere Maschinisten werden im März in der Landesfeuerwehrschule ausgebildet", sagt der Wehrleiter, der stolz auf seine Mannschaft ist. 45 aktive Kameraden versehen in der Wehr ehrenamtlich ihren Dienst. Auch wochentags sind bis zu 30 für Einsätze verfügbar, da viele im Ort arbeiten. "Die Kameraden sind sehr motiviert. Es ist gut zu wissen, dass wir mit unserer Drehleiter gebraucht werden", sagt Uwe Markert.

Solche Spezialfahrzeuge ermöglichen es zum Beispiel, Menschen bei Bränden aus großen Höhen zu retten oder aus eben solchen auch zu löschen. Letzteres war etwa im November der Fall, als in Buchholz eine leer stehende Fabrik in Flammen stand. Das Ganze ist Teil einer Brandserie in dem Stadtteil, die seit Jahren andauert. Daher ist die Drehleiter vor Ort von besonderer Bedeutung. "Dadurch, dass es im Altkreis nun zwei weitere gibt, ist es aber nicht mehr problematisch, wenn eine ausfällt", sagt Wehrleiter Steffen Mitte. Noch vor einigen Jahren sah das anders aus: Da war die große Buchholzer Drehleiter die einzige in der Region Annaberg, die nächste stand in Schwarzenberg.

Die Reparaturkosten für das Buchholzer Fahrzeug werden auf 20.000 Euro geschätzt. Da es vollkaskoversichert ist, rechnet die Stadt damit, nur den Selbstbeteiligungsbeitrag von 350 Euro zu tragen.

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