1998 gebaute Notaufnahme zu klein - Klinik muss umbauen

Da Standards gestiegen sind und Platz knapp geworden ist, ist gestern in Rabenstein der Startschuss für ein 13-Millionen- Euro-Projekt gegeben worden. Was sieht es vor?

Rabenstein.

Die Zahlen sprechen im Rabensteiner Krankenhaus eine deutliche Sprache: Mit erwarteten 1800 Geburten in diesem Jahr sind es so viele wie nie. Dazu wird mit fünfmal mehr stationär behandelten Patienten gerechnet als nach der Übernahme durch das DRK vor 25 Jahren. Da das Haus zudem familienfreundlicher und Hygienestandards sowie Arbeitsbedingungen für Mitarbeiter verbessert werden sollen, steht nun ein An- und Umbau an. Für das 13 Millionen Euro teure Vorhaben an der Unritzstraße, das im zweiten Halbjahr 2018 abgeschlossen werden soll, ist gestern der Grundstein gelegt worden. Die Bagger rollen bereits. Herbert Günther will als Geschäftsführer der Einrichtung mit 215 stationären und 22 Tagesklinik-Betten auch auf die alternde Gesellschaft reagieren. So würden etwa Patientenzimmer, vor allem Bäder, vergrößert. Vorrangig gehe es um höhere Qualität. Wenn das Haus mit 700 Mitarbeitern dadurch mehr Patienten anziehe, sei das durchaus ein erwünschter Effekt. Die Pläne im Einzelnen:

Notaufnahme: Die 1998 errichtete Notaufnahme wird umgebaut und erweitert. Dazu steuert der Freistaat 1,4 Millionen Euro aus Fördermitteln bei. Der Bereich soll künftig über vier statt bislang zwei Behandlungsplätze für in Lebensgefahr befindliche Patienten verfügen. Zudem werden sechs ambulante Behandlungsplätze geschaffen, bislang gab es keine. Dies sei auch eine Reaktion auf die gestiegene Nachfrage. "Jeder hat einen Anspruch darauf, untersucht zu werden", so Günther. Ob es sich dann um einen der zuletzt bundesweit kritisch diskutierten, da in Notaufnahmen drastisch zunehmenden Bagatellfälle handelt, müsse jeweils erst geprüft werden. In Betrieb gehen soll die neue Abteilung schrittweise ab der zweiten Hälfte des kommenden Jahres.

Kinder- und Jugendmedizin: Ein Drittel der Patientenzimmer, die künftig im ersten Obergeschoss des neuen Anbaus untergebracht werden, wird über vorgelagerte Hygieneschleusen verfügen, in denen sich Besucher umziehen können. So soll verhindert werden, dass sich Infektionskrankheiten wie Masern schnell ausbreiten. Außerdem wird es statt bislang fünf künftig zwölf Zimmer mit einem Zweitbett geben, in dem Eltern bei ihren Kindern wohnen können. Der Bereich im Altbau, der derzeit noch die Kinder- und Jugendmedizin beherbergt, soll unmittelbar nach deren Auszug der Neonatologie zur Verfügung gestellt werden - also den Fachleuten, die für die Neu- und damit auch die Frühgeborenenversorgung zuständig sind.

Vertragsarztpraxen: Im Anbau-Erdgeschoss sind drei Vertragsarztpraxen geplant. Wer einzieht, wollte der Geschäftsführer noch nicht verraten: "Wir verhandeln derzeit."

Rettungswache: Die alte Rettungswache wurde bereits abgerissen, um Platz zu schaffen für den neuen Anbau. Künftig soll in dessen Untergeschoss die Einrichtung des Rettungszweckverbandes Chemnitz-Erzgebirge einziehen - mit den Einsatzfahrzeugen sowie Räumen für das Notfallpersonal. Im Verbindungstrakt zwischen Alt- und Neubau erhalten schließlich Innere Medizin und Hautklinik weitere Räume.

Einschränkungen: Gebaut wird bei laufendem Betrieb. Daher stehen aktuell weniger Parkplätze zur Verfügung - nach Abschluss der Arbeiten sollen es einige mehr sein als bislang. Auch mit Lärm, Schmutz, Verkehrsbehinderungen ist zu rechnen.

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2Kommentare
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    Interessierte
    04.11.2016

    Für das 13 Millionen Euro teure Vorhaben an der Unritzstraße - ist gestern der Grundstein gelegt worden ..

    Verstehen tut man das nicht , da steht ganz in der Nähe und gleich gegenüber ein Gebäude seit Jahren leer und man findet keine Nutzung dafür und hier wird ein neues Gebäude gebaut ...
    Und wenn man im Googelörs guckt . da führt sogar schon ein wilder Weg dahin ...

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    Interessierte
    04.11.2016

    Mit erwarteten 1800 Geburten in diesem Jahr - sind es so viele wie nie ...
    ( kommt man denn da hin mit der errechneten Einwohner - Zukunftsprognose für die Stadt ?

    Dazu wird mit fünfmal mehr stationär behandelten Patienten gerechnet als nach der Übernahme durch das DRK vor 25 Jahren
    ( damit sind die Menschen heute wohl kranker als damals ?



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