3700 Firmen im Landkreis beantragen Kurzarbeit

Mittelsachsen zahlt mehr als 45 Millionen Euro an Soforthilfe-Zuschüssen

Freiberg/Burgstädt.

Die Auswirkungen des Coronavirus haben die regionale Wirtschaft in ihrer gesamten Breite getroffen. Das hat Cindy Krause von der Industrie- und Handelskammer Mittelsachsen (IHK) eingeschätzt. Wie die stellvertretende Geschäftsführerin auf einer Regionalversammlung sagt, spürten laut Konjunkturumfrage der IHK Chemnitz 92 Prozent der Unternehmen negative Auswirkungen auf ihre Geschäfte. "Besonders im Tourismus- und Freizeitsektor sowie im Gastgewerbe haben die Schutzmaßnahmen die Geschäftstätigkeit zum Teil vollständig zum Erliegen gebracht", so Krause.

Welches Ausmaß die Krise hat, verdeutlichte Krause auch an Zahlen aus dem Landkreis. Bis Ende April dieses Jahres hätten 3528 mittelsächsische Unternehmen bei der Agentur für Arbeit für 37.754 Beschäftigte Kurzarbeit angezeigt. Krause: "Das ist der Höchststand seit Januar 2009." Im Mai seien 198 vorläufige Anzeigen für 2930 Arbeitnehmer hinzugekommen. Die IHK Mittelsachsen zählt nach eigenen Angaben 16.770 Unternehmen - überwiegend Klein- und Kleinstbetriebe.

Zudem seien bei der Sächsischen Aufbaubank (SAB) knapp 6000 Anträge auf Soforthilfe-Zuschuss des Bundes von mittelsächsischen Unternehmen gestellt worden. "Der Zuschuss konnte bis zum 31. Mai von Unternehmen mit bis zu zehn Mitarbeitern beantragt werden", erläutert die Fachfrau, "die durch die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus ihre Geschäfte schließen mussten, keine Dienstleistungen mehr anbieten konnten und in eine existenzgefährdende Wirtschaftslage geraten sind. Mit einer Gesamtsumme von mehr als 45 Millionen Euro habe der Landkreis einen Anteil von 6,5 Prozent an den knapp 700 Millionen Euro Soforthilfe-Zuschuss, die sachsenweit von 87.000 Unternehmen beantragt worden seien. Das Soforthilfe-Darlehen des Freistaats "Sachsen hilft sofort" wurde laut Krause bis Anfang Juni von 1424 Firmen im Landkreis mit bis zu 100 Mitarbeitern mit einem Antragsvolumen von rund 55 Millionen Euro in Anspruch genommen. "Im Unterschied zum Zuschussprogramm des Bundes können hier noch bis zum 30. September 2020 Anträge gestellt werden", so die IHK-Sprecherin.

Coronavirus: Unser Angebot zur Lage in Sachsen, Deutschland und der Welt

0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.