Abrissplan: Besitzer legt Einspruch ein

Stadträte beschäftigen sich am heutigen Dienstag im Bauausschuss mit dem Gebäude Annaberger Straße 110. Der Eigentümer hat einen klaren Wunsch.

Altchemnitz.

Der Besitzer des vom Abriss bedrohten Hauses Annaberger Straße 110 hat bei der Stadtverwaltung Einspruch gegen den Abbruch seines Gebäudes eingelegt. Den Eingang des Schreibens hat eine Stadtsprecherin bestätigt. Die Verwaltung prüfe, ob der Widerspruch zulässig und begründet sei, erklärte sie. Doch sie stellte auch klar, dass trotz der ablehnenden Haltung des Eigentümers ein sofortiger Abriss des denkmalgeschützten Gebäudes weiter möglich ist, da die Anordnung zum Gebäudeabbruch unter Sofortvollzug gestellt wurde. "Das heißt, ein Widerspruch entfaltet keine aufschiebende Wirkung."

Wann das Haus nun abgerissen werden soll, ist aber unklar. Aus der Informationsvorlage zum Zustand des Hauses für die Sitzung des Planungs-, Bau- und Umweltausschusses am heutigen Dienstag geht hervor, dass der Abriss "schnellstmöglich" erfolgen solle. Als Grund wird die Gefahr genannt, die von dem maroden Haus für die Öffentlichkeit ausgehe, so das Rathaus. Auf Nachfrage erklärte die Verwaltung, dass das weitere Vorgehen nach dem Ausschuss abgestimmt werden soll.

Bei der Sitzung wird es Redebedarf geben. "Es gibt genügend Bedenken gegen den Abriss des Hauses", sagt Bernhard Herrmann (Bündnis 90/Die Grünen). Der Stadtrat ist Mitglied im Ausschuss. So müsse man über die mögliche Gefahr reden, die bei einem Abriss für die andere Gebäudehälfte - die Annaberger Straße 110 a - besteht, sagt er. Herrmann hegt zudem große Zweifel an den Kosten für eine mögliche Sicherung des Hauses, die vom Bauamt vorgelegt wurden. Die Behörde rechnet mit ungefähr 384.000 Euro. Die Summe wird auch von Stadtrat Lars Fassmann und dem Eigentümer des Hauses Annaberger Straße 110 a, Dietmar Jung, angezweifelt. Beide werfen der Verwaltung vor, die Zahlen hochgerechnet zu haben, um eine Haussicherung als unwirtschaftlich erscheinen zu lassen. Obwohl Fassmann kein Mitglied des Bauausschusses ist, will er ebenso wie Dietmar Jung die öffentliche Sitzung im Rathaus verfolgen. "Ich hoffe, dass ich Rederecht erhalte", sagte Jung. Er hat mittlerweile nach eigenen Angaben beim Verwaltungsgericht Antrag auf einstweilige Verfügung gegen den Abriss des Hauses Annaberger Straße 110 gestellt. Das Gericht konnte am Montagabend den Eingang des Antrages nicht mehr bestätigen. Jung möchte das Haus Annaberger Straße 110 a ebenfalls erwerben und das Ensemble sanieren. Beim jetzigen Eigentümer trifft er auf Zustimmung. Dieser sprach sich gegenüber der Stadtverwaltung dafür aus, dass Jung das Haus erwirbt.

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