Abspaltung der AfD zur Kreistagswahl zugelassen

568 Kandidaten bewerben sich um die 98 Sitze. Erstmals darf die Poggenburg-Partei zu einer Wahl antreten. Den größten Zuwachs an Bewerbern hat eine andere Partei.

Zwickau.

Zum ersten Mal tritt die Partei Aufbruch deutscher Patrioten Mitteldeutschland (AdPM), deren Chef André Poggenburg ist, bei einer Wahl an. Am 26. Mai wird die AfD-Abspaltung zur Zwickauer Kreistagswahl in 13 der 14 Wahlkreise antreten. Nur im Wahlkreis Mülsen-Reinsdorf stellt die Partei keinen Kandidaten. Das hat der Kreiswahlausschuss bestätigt. Die AdPM hatte in den besagten 13 Wahlkreisen jeweils mindestens 18 gültige Unterstützungsunterschriften gesammelt. Allerdings darf die Partei auf den Stimmzetteln ihr Namenskürzel AdPM nicht verwenden.

Laut Kreiswahlleiter Udo Bretschneider handelt es sich dabei um ein rechtliches Problem: Die vom Ex-AfD-Politiker André Poggenburg mitgegründete AdP hatte nach einer Klage der AfD gegen die Namensbezeichnung den Namenszusatz "Mitteldeutschland" angenommen, erweiterte das Kürzel auf AdPM. In der Landessatzung ist das offenbar schon vollzogen worden, in der Gründungssatzung des Dachverbands aber noch nicht. Deshalb müsse man laut Bretschneider auf den Stimmzetteln auf das Kürzel komplett verzichten. Beispielhaft sagte Bretschneider: "Wenn der Sohn Fritz heißt, kann ich ihn nicht Kai nennen."


Mit 568 Kandidaten bewerben sich exakt 100 Personen mehr um die 98 Kreistagssitze als 2014. Mit 146 die meisten Kandidaten ins Rennen schickt die CDU. Die Linke bietet 78 Bewerber auf, die Freien Wähler 71, die SPD 69, die AfD 63, die FDP 77, die Grünen 37, die AdPM 13 und die NPD 14.

Von den eingereichten 571 Bewerbern schloss der Kreiswahlausschuss drei aus. Je ein Kandidat von CDU, SPD und FDP hatte es versäumt, rechtzeitig die nötige Einverständniserklärung einzureichen. Vertreter von SPD und FDP verwiesen darauf, dass sie die betroffenen Personen zwar dazu aufgefordert hätten, aber keine Reaktion erfolgt sei. "Dann ist es auch gut so", sagte der Zwickauer FDP-Stadtverbandschef Fritz Binder.

Verglichen mit 2014 weist die AfD mit 473 Prozent den höchsten Zuwachs an Kandidaten auf, von elf auf 63 Bewerber. Martin Schöpf, der bis zur Auflösung im Februar den Fraktionsvorsitz innehatte, tritt nicht mehr an. Dafür kandidiert für die AfD unter anderen Petra Lorenz, die 2014 auf der Liste der Grünen in den Reinsdorfer Gemeinderat gewählt worden war.

Auch bei den Freien Wählern gibt es eine bemerkenswerte Personalie. Dort tritt unter anderem die Zwickauer CDU-Stadträtin Christiane Drechsel an, die von den Christdemokraten nicht mehr für die kommende Stadtratswahl nominiert worden war.

Auch die Ortschefs sind auf den Kreistagslisten gut vertreten. 23 von 33 Bürgermeistern und Oberbürgermeistern sind auf den Listen zu finden. Die meisten (zwölf) treten für die CDU an. Die Freien Wähler schicken acht Oberhäupter von Kommunen ins Rennen, darunter Limbach-Oberfrohnas Oberbürgermeister Jesko Vogel. Aus Zwickau bewirbt sich die komplette Verwaltungsspitze um einen Sitz im Kreistag. Neben OB Pia Findeiß für die SPD kandidieren also auch Finanzbürgermeister Bernd Meyer für die Linke und Baubürgermeisterin Kathrin Köhler (CDU).


Das Kandidatenfeld in Zahlen

Zuwächse: Zwar gibt es 100 Bewerber mehr als 2014, aber das liegt nur an vier Parteien. Die AdPM ist mit 13Kandidaten erstmals dabei; den höchsten Zuwachs verzeichnet die AfD mit 63 statt vorher elf Kandidaten. Die CDU schickt 146 statt 104 Bewerber ins Rennen, die Freien Wähler 71 statt 56. Weniger Kandidaten stellen die Linken (78 statt 83), die SPD (69 statt 77), die FDP (77 statt 83) und die Grünen (37 statt 40).

Alter: Das jüngste Kandidatenfeld gehört der AfD. Das Durchschnittsalter liegt bei 48,3 Jahren, gefolgt von der SPD (48,8 Jahre), der FDP (49,6 Jahre) und der AdPM (49,8 Jahre). Die ältesten Kandidaten kommen von den Linken (56,8 Jahre).

Frauenanteil: Die höchste Frauenquote weisen mit 36 Prozent die Linken auf. Danach folgen die SPD (26Prozent), die CDU (25 Prozent), die AdPM (23 Prozent), die FDP (21Prozent), die Grünen (19 Prozent), die Freien Wähler (17 Prozent), AfD (14 Prozent) und NPD (7 Prozent).

Wähler: Die Anzahl der Wahlberechtigten ist um 7000 auf 272.000 gesunken. Es gibt auch nur noch 257 statt vorher 272 Wahlbezirke. (ael)

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