Asylheim-Zufahrt: Anwohner zwischen Hoffnung und Skepsis

Die neue Trasse von der Glösaer Straße zum Adalbert-Stifter-Weg spaltet die Gemüter. Dabei geht es vor allem um ein Thema.

Ebersdorf.

Für Autofahrer geht es derzeit nur langsam voran auf der Glösaer Straße, die die Stadtteile Furth und Ebersdorf miteinander verbindet. Seit vergangener Woche ist ein 200 Meter langes Stück nur halbseitig befahrbar. Eine Ampel regelt den Verkehr. Grund für die Sperrung ist der Neubau einer zweiten Zufahrt zur Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber am Adalbert-Stifter-Weg. Die 2,2 Millionen Euro teure Trasse soll die Erreichbarkeit des Heimes verbessern und Anwohner vom Verkehr entlasten. Bislang erfolgt die Anfahrt ausschließlich von der Frankenberger Straße aus über die Huttenstraße.

Es waren Anwohner selbst, die bei der Stadt immer wieder auf den Bau der Zufahrt gedrängt hatten, zuletzt per Sammelpetition. Menschen wie Roswitha Gollon, die am Adalbert-Stifter-Weg in unmittelbarer Nähe zu der Erstaufnahmeeinrichtung wohnt und sich von dem Bau einiges verspricht. "Der Verkehr zum Asylheim wird sich künftig sicherlich besser verteilen. Es geht ja nicht nur um Polizei und Feuerwehr, sondern auch um Taxen und Versorgungsfahrzeuge", sagt sie. Die derzeitige Situation sei nicht akzeptabel - und das nicht nur wegen des Lärms. "Wenn auf der Huttenstraße ein LKW entgegen kommt, weiß man nicht, wohin man ausweichen soll." Bedenken, dass Anwohner die 890 Meter lange Trasse als Schleichweg nutzen und so die Lärmreduzierung nicht wie gewünscht eintritt werde, hegt sie nicht - auf diese Weise abzukürzen, ergebe nur für die wenigsten Sinn.

Doch es gibt auch andere Stimmen im Umfeld. Karl Koch beispielsweise, ebenfalls Anwohner des Adalbert-Stifter-Wegs, hat Zweifel, ob der Plan aufgeht. "Aus meiner Sicht wird die Straße umsonst gebaut. Für Polizei und Feuerwehr, die aus der Stadt kommen, ist der Weg über die Huttenstraße kürzer und genau das wird ausschlaggebend sein", sagt Koch, dessen Schlafzimmer direkt an der Straße liegt. Auch Regina Weimann, die an dieser Straße wohnt, glaubt nicht an einen Rückgang des Verkehrsaufkommens. "Das wird bleiben, wie es ist." Erfreulich sei aber immerhin, dass die Polizei bei nächtlichen Einsätzen inzwischen auf die Inbetriebnahme der Sirene verzichte und nur mit Blaulicht fahre.

Dass der Zeitfaktor tatsächlich eine entscheidende Rolle spielt, bestätigt Polizeisprecherin Jana Kindt. Andere Kriterien bei der Wahl der Route seien die Einsatztaktik sowie die Verfügbarkeit der Einsatzkräfte. "Wenn es in einem konkreten Fall unter Berücksichtigung dieser Faktoren vertretbar ist, dann werden wir die neue Zufahrt auch nutzen", so Kind.

Was die Fertigstellung der Zufahrt angeht, so geht die Stadtverwaltung von einem Termin bis Anfang Dezember des kommenden Jahres aus. Im Zuge der Arbeiten müssen dabei offenbar auch Parkplätze weichen, die zu den Kleingartenanlagen "Sonnenseite" und "Am schnellen Markt" gehören. Beide soll die neue Trasse queren. Um Ersatzstellplätze zu schaffen, werden in der Anlage "Am schnellen Markt" laut Stadt drei Parzellen abgerissen, von denen zumindest eine schon seit Jahren leer stehe.

Nicht vorgesehen ist hingegen der Bau eines Kreisverkehrs an der Kreuzung von Glösaer Straße und Chemnitztalstraße. Wegen des infolge des Neubaus zu erwartenden höheren Verkehrsaufkommens vor Ort hatten Befürworter der Trasse dies gefordert - um das Linksabbiegen von der Glösaer Straße aus zu erleichtern.

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