Bilder einer geistreichen Künstlerfreundschaft

Die Kunstsammlungen zeigen Arbeiten von Carlfriedrich Claus und Bernard Schultze. Die Schau ist auch ein Stück gelebte Städtepartnerschaft.

Es war eine Freundschaft über Grenzen hinweg: 1956 nahm der westdeutsche Künstler Bernard Schultze (1915 bis 2005) Kontakt mit dem ostdeutschen Künstler Carlfriedrich Claus (1930 bis 1998) im Erzgebirge auf.

Bis die Freundschaft 1979 wegen "politischer Differenzen", so Kuratorin Brigitta Milde, abrupt endete, schrieben die beiden einander kluge Briefe, sogar Einflüsse auf das jeweilige Werk sind in der Ausstellung nachzuvollziehen, die morgen in den Kunstsammlungen eröffnet wird.


Beide Künstler verfolgten unter verschiedenen gesellschaftlichen Bedingungen ähnlich radikale künstlerische Ansätze. Carlfriedrich Claus versuchte, psychische Zustände in Zeichnungen zu fassen, Bernard Schultze experimentierte mit der Auflösung der Form und dem intuitiven Entstehen von nichtfigürlichen Bildern und Objekten. Die Ausstellung ist auch ein Stück gelebte Städtepartnerschaft, wie Frédérick Bußmann, Generaldirektor der Kunstsammlungen, erklärt: Die Chemnitzer Partnerstadt Düsseldorf verfügt in ihrem Museum Kunstpalast über zahlreiche Werke Bernard Schultzes, woraus Leihgaben für die Chemnitzer Ausstellung stammen. Die Kunstsammlungen wiederum haben dem Düsseldorfer Kunstpalast Werke für eine große Ausstellung zur DDR-Kunst geliehen.

Mehr als ein Anhängsel ist die Präsentation "Auf grünem Grund", die abstrakte Malerei nach 1945 aus eigenen Beständen in den Kunstsammlungen zeigt. Kuratiert hat diesen Teil der Schau Sabine Maria Schmidt, die seit Juli das Team des Museums verstärkt.

Eröffnet wird die Schau am Samstag, 24.August, 18.15 Uhr in den Kunstsammlungen am Theaterplatz. Der Eintritt ist frei.

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