CFC-Präsident: Ich habe keinerlei Informationen erhalten

Die Pläne des Insolvenzverwalters Klaus Siemon für die Zukunft des Vereins sorgen für Gesprächsstoff in der Stadt. Nur der Clubchef kann und darf nicht wirklich mitreden.

Ob in den Sporthallen, in sozialen Netzwerken oder auf der Straße - der Chemnitzer FC sorgt aktuell für Gesprächsstoff in der Stadt. Und das nur bedingt wegen der beeindruckenden Siegesserie mit 13 Siegen aus 13 Spielen, welche die Profimannschaft derzeit in der Regionalliga abliefert. Diskutiert wird vielmehr über die Pläne des Insolvenzverwalters Klaus Siemon, die Ende vergangener Woche bekannt geworden waren.

Siemon hatte sich mit einem Schreiben an die Stadträte gewandt und darin unter anderem gefordert, dass die Stadt den Verein in der laufenden Saison mit 750.000 Euro unterstützt. Seine Begründungen: Der CFC sei nicht in der Lage, den Spielbetrieb im neu eröffneten Stadion zu finanzieren. Es erscheine ihm angemessen, "dass die Stadt dem CFC für die Verpflichtung, im Stadion zu spielen, ein Entgelt zahlt". Derzeit klafft im Etat des Vereins eine Lücke von 493.000 Euro, weiteres Potenzial für Einsparungen sieht der Insolvenzverwalter nicht. Sollten die Stadträte die Unterstützung verweigern, stünde eine Erhöhung der Eintrittspreise um 75 Prozent im Raum.

Sportvorstand Thomas Sobotzik äußerte sich im Vorfeld der jüngsten Regionalliga-Partie gegenüber dem Mitteldeutschen Rundfunk zu den Plänen. Die Stadträte müssten sich generell entscheiden, ob sie den Fußball ähnlich wie die Kultur fördern wollen, schließlich sei der CFC der größte Werbeträger der Stadt, sagte Sobotzik. Der Insolvenzverwalter habe den Räten lediglich seine Analyse übermittelt, jetzt werde man sehen, zu welchen Entscheidungen es kommt. Die Frage, was passiere, wenn der Stadtrat der Zahlung der genannten Summe nicht zustimmt, ließ Sobotzik im TV-Interview unbeantwortet. Er sagte dazu lediglich: "Wir sind bestrebt, ein ehrliches Verhältnis mit der Stadt herzustellen. Das heißt, dass wir alle Zahlen auf den Tisch legen. Wir haben alles zur Verfügung gestellt und einen Plan vorgelegt", so der Sportvorstand des Vereins.

Keine Einsicht in die Zahlen oder in die Pläne des Insolvenzverwalters, die Profimannschaft ab dem kommenden Jahr in eine Kapitalgesellschaft auszugliedern, hat der Vereinschef des CFC. Andreas Georgi, seit Januar an der Spitze des Vereins und mittlerweile von Siemon mit einem Zutrittsverbot für die Geschäftsstelle belegt, sagte auf Anfrage der "Freien Presse" nur: "Ich habe keinerlei Informationen über die am Donnerstag wohl erfolgte Gründung einer CFC GmbH erhalten. Auch über die Ausgliederung der Profimannschaft und wie diese konkret ablaufen soll, weiß ich nichts." Weiter wollte sich Georgi nicht zu den Vorgängen im Verein äußern. "Das bringt jetzt nichts", sagte er.

Unterdessen sorgen Siemons Aussagen bezüglich der Rolle des CFC als "Bollwerk gegen Rechts" für Kopfschütteln in der Bevölkerung. Auch mit der Kampagne des Vereins gegen Diskriminierung hatte der Insolvenzverwalter begründet, dass die Stadt den Club finanziell unterstützen solle. "In Verbindung mit der Etatlücke ist es eine bodenlose Frechheit, politische Argumente zu äußern und die Stadt inklusive Steuerzahler in die Pflicht zu nehmen", heißt es in einem Kommentar auf der Internetseite der "Freien Presse". In einem anderen heißt es: "Ein Fass ohne Boden ständig nachfüllen zu wollen, ist Blödsinn und kann nicht die Sache des Steuerzahlers sein."

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