Der tote Winkel als Falle für Radfahrer

Wenn Lastwagen abbiegen, ist das Unfallrisiko hoch. Nicht nur darauf will der Verkehrssicherheitstag am Sachsenring aufmerksam machen.

Oberlungwitz.

Was sieht ein Lkw-Fahrer aus einem Führerhaus tatsächlich? Einmal die Perspektive zu wechseln, dürfte für jeden Radfahrer interessant sein. Beim Blick aus der Fahrerperspektive wird klar: Im toten Winkel rechts von der Fahrerkabine verschwinden bequem zwei Schulkinder und ein Radfahrer. "Umgekehrt sollten sich aber auch mal Lkw-Fahrer aufs Fahrrad setzen, um die Risiken des Radfahrers kennenzulernen. So können beide die Situation des anderen besser einschätzen", sagt Jens Grohmann vom Unternehmen Fahrzeugsystemdaten aus Dresden.

Die Firma, die beim 20. Sächsischen Verkehrssicherheitstag am Sonntag, 19. August, auf dem Sachsenring wieder mit am Start ist, entwickelt Fahrerassistenzsysteme. Die können inzwischen auch den toten Winkel "ausleuchten". "Lkw haben zwar vier Spiegel, aber die Fahrer können nicht jede Sekunde alle im Blick haben", sagt Grohmann. Schon gar nicht in einer Zeit, da die Straßen durch erhöhtes Verkehraufkommen "immer enger" werden. Abbiege-Assistenten und Kamerasysteme als Totwinkel-Assistenten, die der Gesetzgeber für Lkw bisher nicht vorschreibt, könnten das Risiko minimieren.

Das erscheint nötig: 2017 starben auf den Straßen von Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen 51 Radfahrer, 2626 wurden schwer verletzt. Ein großes Risiko geht dabei von Lkw aus. "Es ist wichtig, dass die Verkehrsteilnehmer Verständnis füreinander entwickeln, viele fahren im Straßenverkehr einfach nur die Ellbogen aus", sagt Grohmann. Deshalb lautet das Motto des 20. Verkehrssicherheitstages "Miteinander - nicht gegeneinander".

Am Sonntag dreht sich von 10 bis 17 Uhr auf dem Gelände des Fahrsicherheitszentrums alles um die Verkehrssicherheit. Von der Bikeshow über Technikvorführungen bis hin zu Mitmachangeboten und Fahrten im historischen Bus ist alles dabei. Organisationschef Stephan Werner vom Landkreis Zwickau wird von bewährten Partnern wie ADAC, Dekra und Polizei unterstützt. Zu den vergangenen 19 Auflagen des Verkehrssicherheitstages am Sachsenring kamen insgesamt rund 280.000Besucher.


Das Programm beim Verkehrssicherheitstag am 19. August

10.15 Uhr Eröffnung durch Wirtschaftsminister Martin Dulig (Bühne)

ab 10 Uhr: Pkw-/Motorrad-Fahrtrainingsschnupperkurse (Fahrtrainingspisten)

ab 10 Uhr: Fahrten mit Lkw und Bus (Fahrerlager 2)

10 Uhr und 13.45 Uhr: Probefahrten mit E-Fahrzeugen der Saena GmbH, (Rundkurs Omega), automatisiertes Fahren mit der FSD GmbH (Fahrerlagerkurve bis Queckenberg)

10.35 Uhr und 13 Uhr: Livemusik mit Polizeiorchester Dresden (Bühne)

10.35 Uhr und 13.35 Uhr: Sport & Show mit Pocketbikes, Minibikes und Karts (Start-Ziel-Gerade)

11 Uhr und 14 Uhr: Technische Besonderheiten von Kleinkrafträdern im Vergleich zu anderen Fahrzeugen (Start-Ziel-Gerade)

11.20 Uhr und 14.20 Uhr: Fahrer-Assistenzsysteme wie ASB, ESP, ASR, HUA, LDW, DLC, DTC usw. (Start-Ziel-Gerade)

11.50 Uhr und 15 Uhr: Spiel und Spaß mit Polizeidino Poldi (Bühne)

12.10 Uhr und 15.15 Uhr: Professional Bikeshow mit Hannes Hermann und Marco Thomä (Start-Ziel-Gerade)

12.30 Uhr und 15.45 Uhr: Rundfahrten mit Oldtimerbussen und Spezialfahrzeugen (Grand-Prix-Kurs)

10 bis 17 Uhr: Mitmachprogramme

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