Elfjähriges Rodeltalent träumt schon von Olympia

Einem Schüler aus Langenchursdorf kann es in der Eisrinne nicht schnell genug gehen. Doch bislang hat sein Konkurrent einen gewichtigen Vorteil.

Langenchursdorf.

Hannes Röder. Den Namen sollte man sich merken. Der Langenchursdorfer hat ein Ziel: bei den Olympischen Winterspielen durch die Eisrinne jagen und eine Medaille für die deutsche Mannschaft einfahren. Dafür trainiert der Elfjährige an der Sportschule beim Wintersportclub Erzgebirge Oberwiesenthal. Mit Erfolg: Erst seit dem sechsten Lebensjahr sitzt er auf dem Rennrodel, doch schon jetzt füllen Urkunden einen dicken Aktenordner und Pokale einen Schrank. Die letzten großen Erfolge kommen wie aus der Pistole geschossen: "2. Platz in der Jugend C bei der Weltjugend-Challenge 2018 auf der Bahn in Innsbruck-Igls, 3. Platz im Einzel bei der Deutschen Meisterschaft um den Enso-Pokal bei immerhin 30 Startern in Altenberg und Sieger mit der Mannschaft."

Dass er oft "nur" Zweiter oder Dritter ist, wurmt den Schüler. "Ich bin meist der Leichteste im Starterfeld", bedauert er. Mehr futtern habe bisher nicht geholfen. Daran ändert auch sein Lieblingsessen, Fischstäbchen mit Kartoffelbrei, nichts. Leichter hat es da sein ärgster Konkurrent, Freund und Trainingspartner, mit dem er sich in der Woche in Oberwiesenthal das Zimmer teilt. "Der hat 18 Kilo mehr auf den Rippen. Da wirken die physikalischen Gesetze anders", sagt Hannes.

Seine Eltern, Ricky und Sandra Röder, stehen oft an der Bahn, wenn der Junge mit Spitzengeschwindigkeiten von knapp über 100 Kilometern pro Stunde mit dem 16Kilogramm schweren Schlitten durch die Eisrinne heizt. Dieses Tempo ist es, was dem Schüler an dem Sport gefällt. "Manchmal geht es um tausendstel Sekunden. Und mich reizt der Nervenkitzel. Man muss zittern, bis die Konkurrenz durch ist", weiß Hannes.

Die Eltern hatten ihren Sohn zunächst in Lichtenstein beim Rennrodeln angemeldet. Im Jahr darauf wechselte er zum Eisenbahner-Sportverein Lok Chemnitz, schaffte es sofort in den Sachsen-Kader. "Die Aufnahme 2017 an der Sportschule brachte noch mal ein völlig neues Level", sagt Ricky Röder. "Anfangs hatte Hannes noch ein wenig Heimweh, lebte sich aber sehr schnell ein." Viel schlimmer sei es für die Eltern gewesen, ihr Kind loszulassen. Alles sei so plötzlich gekommen. Aber Hannes sei sehr ehrgeizig, habe unbedingt an die Sportschule gewollt. Auf ihren Hannes sind beide jetzt schon stolz - auch ohne olympischen Titel.

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