Erfolgsstück wird zum letzten Mal gezeigt

Das Musical "Wundersame Weihnachtszeit" gehört zur Tradition in der Stadthalle. Am 12. Dezember ist wieder Premiere. Bei der Inszenierung hatte auch das Jugendamt ein Wörtchen mitzureden.

Es ist eine logistische Herausforderung: Beim Musical "Wundersame Weihnachtszeit" wirken in drei Besetzungen 200 Kinder mit. Sie gestalten 20 Vorstellungen in der Stadthalle. Premiere wird am 12. Dezember sein. Aufwendig ist es nicht nur, weil Probenpläne für drei verschiedene Besetzungen ausgearbeitet werden müssen. Die Kinder benötigen auch Schulbefreiungen und das Jugendamt muss bescheinigen, dass sie mitwirken dürfen, dass es sich nicht um Kinderarbeit handelt. Dafür würden auch ärztliche Atteste benötigt, manchmal müssten auch die Eltern im Amt vorsprechen. Je nach Stadt, aus der die Kinder kommen, würden andere Anforderungen gestellt, berichtet Patrick Schulze. Er ist Inhaber der Musikschule am Thomas-Mann-Platz und hat das Musical gemeinsam mit seinem Vater Axel komponiert. Die Texte stammen aus der Feder von Wolfgang Goldstein. In die Probenarbeit, gemeinsam mit Regisseurin Tatjana Klär, ist Schulze eingebunden.

In "Wundersame Weihnachtszeit" geht es um den Wichtel Rudi, der kurz vor Weihnachten einen Wunschzettel verbummelt hat. Er wird aus der Wichtelwerkstatt verbannt. Nur wenn er einen nicht gewünschten Wunsch findet und erfüllt, darf er zurück ins Weihnachtsland. Um das zu schaffen, stürzt er sich ins größte Abenteuer seines Lebens, bei dem die kleine Luise, der Kalte König und die Wünschelelfen eine Rolle spielen. Das Stück komponiert haben Vater und Sohn Schulze 2003. Der Direktor der Semperoper, Hans-Joachim Frey, hatte ihnen das Angebot gemacht, es in seinem Haus aufzuführen. Grundlage für dieses Vertrauen war das Musical "Drei Wünsche frei", das 2002 uraufgeführt wurde. "Wundersame Weihnachtszeit" wurde schließlich 2004 in der Chemnitzer Stadthalle uraufgeführt und dann auch in der Semperoper gezeigt. Seitdem wurde das Musical immer wieder in der Adventszeit in der Stadthalle gespielt, zuletzt 2016. Abwechselnd werden dort auch die Musicals "Drei Wünsche frei", "Felicitas Kunterbunt" und "Die Liedermühle" aufgeführt.

Für jede Inszenierung gibt es ein Casting. "Wenn die Kinder heute kommen, kennen sie die Rollen schon und können mitsingen", sagt Patrick Schulze. Das liegt am Erfolg der Musicals. Die Kinder haben eine CD zu Hause, die Stücke werden im ganzen deutschsprachigen Raum vor allem an Schulen aufgeführt, auch an deutschen Schulen in Brasilien, Hongkong und Russland.

Neben den Mitwirkenden, die beim Casting gefunden wurden, sind die Chöre der Gebrüder-Grimm- und der Heinrich-Heine-Grundschule sowie zwei Chöre der Musikschule am Thomas-Mann-Platz und die Schauspielschüler der Einrichtung an den Aufführungen beteiligt. In die Rolle der Luise schlüpft, neben zwei weiteren Mädchen, Clara Krause. Sie sei schon sehr aufgeregt, gesteht die Neunjährige, die auch noch eine Elfe spielt. Das Schwierigste sei es, sich zusätzlich zum Text der Luise noch den der Elfe zu merken. Denn den Text der Hauptrolle habe sie schon vorher gelernt und gekonnt. Nun sei es gar nicht so leicht, noch etwas hinzuzufügen. Schon seit 2015 zum Weihnachtsmusical-Ensemble gehört Emily Tatjana Klär. Die Zehnjährige spielt dieses Jahr einen Wichtel und einen Häscher des Kalten Königs. Für sie ist das Ensemble schon wie eine Familie. Sie kenne alle. Wie zum Beweis fällt sie Erik Barthel in die Arme. Der 25-Jährige spielt den Weihnachtsmann. Doch 2004 sei er der erste Rudi überhaupt gewesen, sagt Bartl vor der Probe.

Die Premiere soll die letzte werden für das Stück. Im nächsten Jahr wird "Die Liedermühle" gezeigt. Danach will sich Schulze eine Pause gönnen. In dieser Zeit will er auch "Die Liedermühle" so aufarbeiten, dass sie als Heft an die Schulen gehen kann, die sie aufführen möchten, mit Noten, Texten und Kostümanleitungen. Wird er ein neues Musical schreiben? "Schauen wir mal."

"Wundersame Weihnachtszeit" hat am 12. Dezember Premiere. Karten gibt es noch für sechs Vorstellungen am 14., 15. und 21. Dezember. Sie kosten 17, ermäßigt 10 Euro und sind u.a. beim Ticket-Service am Markt 1 erhältlich.

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