Festival lädt zum Nachdenken über die Zukunft ein

Bei einem fünftägigen Programm soll voraus geblickt werden. Zu oft würden dabei nur negative Szenarien ausgemalt, finden die Macher.

Das Futter für die Konflikte dieser Welt, das sind den Machern des Festivals "Aufstand der Utopien" zufolge die Erzählungen von Umbrüchen. 2018 beschäftigten sie sich mit vergangenen Umbrüchen. Erzählungen wie der, dass heute vergleichbar mit 1933 sei oder dass heute dem Umbruch 1989 ähnele, gingen sie im "Aufstand der Geschichten" nach. Bei der diesjährigen Auflage des Festivals wollen sie dagegen in die Zukunft blicken. Da kursieren Erzählungen wie der vom Untergang der Kulturen, von der Klimakatastrophe oder davon, dass Roboter künftig unsere Arbeitsplätze einnehmen, erklärt Projektleiterin Jane Viola Felber. Beim Festival gehe es nun darum, positiv mit den Chemnitzern über die Zukunft ins Gespräch zu kommen. Es gebe viele Dystopien, also Zukunftserzählungen mit negativem Ausgang, sagt Projektleiter Franz Knoppe. Es sei dagegen schwer, realistisch und konstruktiv über Zukunft nachzudenken. Dafür soll das Festival vom 6. bis 10. November mit rund 30 Veranstaltungen Gelegenheit bieten.

Festivalzentrale wird der Open Space sein, also der Raum hinter dem Marx-Kopf. Dort wird am 6. November um 17 Uhr das Festival eröffnet, mit der Rede eines Utopienforschers. Außerdem werden dort verschiedene Ausstellungen zu sehen sein. Eine davon gehört zum Projekt "Wünsch dir was". Im Vorfeld des Festivals gab es Gesprächsrunden über Vorstellungen von Zukunft mit Menschen aus unterschiedlichen Bereichen, so mit Senioren, Obdachlosen, Häftlingen und Grundschülern. Die Ergebnisse werden in der Ausstellung zusammengefasst.

Die Künstlerin Danielle Tändler hat einen Roboter gebaut, der in den Tagen des Festivals durch die Stadt fahren soll. Wenn nicht daran, dass es eine fahrende Maschine ist, ist er an seinem rosafarbenen Anstrich zu erkennen. Der Roboter sammelt die Zukunftswünsche und -ideen der Chemnitzer. Man kann mit Tina sprechen, sich von ihr filmen lassen oder ihr etwas schreiben. Die Daten werden als Zeitkapsel gesammelt und dem Stadtarchiv übergeben, erklärt Tändler. In 70 Jahren, 100 Jahre nach der Wende, sollen die Grußbotschaften und Nachrichten dann veröffentlicht werden.

Direkt am Marx-Monument wird die Berliner Initiative "Offene Gesellschaft" eine interaktive Wanderausstellung zeigen. Darin geht es um Fragen wie, welches Land wir sein wollen, wie wir zusammen leben und wofür wir einstehen wollen. Im Kulturhaus Arthur findet am 8. November um 17 Uhr eine Lesung von Manuela Ritz' Buch "Die Farbe meiner Haut" statt. Darin schildert sie Alltagsrassismus, zeigt aber auch Strategien auf, wie wir besser miteinander leben können.

Das ganze Programm findet sich unter aufstand-der-utopien.de

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