Feuerwehr rettet Pferd und löscht Brand

Die Einsatzkräfte aus Limbach-Oberfrohna mussten viermal in kurzer Folge ausrücken. Dabei erfüllten sie eine Aufgabe, die sich nur selten stellt. Für Ärger sorgte ein unaufmerksamer Autofahrer.

Limbach-Oberfrohna.

Die Limbach-Oberfrohnaer Feuerwehrleute haben anstrengende Stunden hinter sich. Binnen gut eines Tages mussten sie zu vier Einsätzen ausrücken, die zum Teil kurios waren. Die "Freie Presse" gibt einen Überblick.

Montag, 21.50 Uhr: Zu Beginn des Marathons sind die Feuerwehrleute als Tierretter gefragt, was selten vorkommt. Ein Pferd ist in Pleißa unweit des Feuerwehr-Gerätehaus in den Pleißenbach gefallen. Die Hintergründe sind zunächst unklar. Aus eigener Kraft kann sich das Pferd nicht befreien, da das Gewässer an jener Stelle etwa zwei Meter tief ist. Die Einsatzkräfte fordern ein Spezialgeschirr aus Hohenstein-Ernstthal an, das in Limbach nicht vorrätig ist. Vorsichtig werden dem Tier Gurte umgelegt. "Dabei war allerhöchste Sorgfalt geboten", sagt der stellvertretende Gemeindewehrleiter Sebastian Meyer. Denn falls das Pferd unkontrolliert um sich tritt, ist die Verletzungsgefahr groß. Um es nicht unnötig zu irritieren, wird die Beleuchtung auf das Nötigste reduziert und das Martinshorn ausgeschaltet. Der Besitzer versucht, das Tier zu beruhigen. Alles funktioniert wie erhofft. Nach etwa anderthalb Stunden können die Einsatzkräfte das Pferd per Drehleiter aus dem Bach heben. "Sein Gesundheitszustand war gut, soweit man das als Laie beurteilen kann", berichtet Meyer.

Dienstag, 11 Uhr: Die Feuerwehrleute werden zur Südstraße gerufen. Bei der Leitstelle ist ein automatischer Hausnotruf eingegangen. Es ist davon auszugehen, dass eine Person bewusstlos in einer Wohnung liegt. Die Einsatzkräfte verschaffen sich gewaltsam Zutritt; sogenannte Türnotöffnungen sind für sie Routine. Doch in der Wohnung befindet sich niemand - Fehlalarm. Der Einsatz kann schnell beendet werden.

Dienstag, 16.40 Uhr: An der Ecke Jäger-/Bachstraße sind zwei Autos zusammengestoßen. Die Polizei spricht von einem Vorfahrtsfehler. Die Beteiligten bleiben unverletzt. Es entsteht ein Sachschaden in Höhe von etwa 10.000 Euro. Die Feuerwehr wird gerufen, um die Unfallstelle abzusperren. Zudem muss sie die Fahrbahn reinigen, da Flüssigkeiten ausgelaufen sind. Plötzlich durchbricht ein am Unfall nicht beteiligter Autofahrer mit seinem Wagen die Absperrung. "Das ist aus meiner Sicht überhaupt nicht nachvollziehbar", betont Meyer. Die Feuerwehr rücke schließlich nicht aus Spaß aus, sondern nur wenn Gefahr im Verzug sei. "Ein Kamerad hätte durch das Auto leicht verletzt werden können." Dazu kommt es nicht. Aber die Polizei verwarnt den unaufmerksamen Fahrer. Ob der Betroffene auch ein Verwarngeld zahlen muss, war am Mittwoch bei der Zwickauer Polizei nicht zu erfahren.

Dienstag, 23.30 Uhr: Kurz vor Anbruch des Feiertages folgt der längste und umfangreichste Einsatz der Serie. An der Peniger Straße nahe der Kellerwiese schlagen Flammen bis zu sechs Meter hoch in den Nachthimmel. Zunächst ist davon auszugehen, dass ein Wohnhaus brennt und sich noch Bewohner in diesem befinden. "Deshalb wurde Großalarm ausgelöst", erklärt Meyer. 55Einsatzkräfte aus vier Ortswehren rücken aus, auf der Peniger Straße reiht sich Feuerwehrauto an Feuerwehrauto. Vor Ort stellen die Brandlöscher fest, dass ein Schuppen Feuer gefangen hat. Da sich in diesem eine mit Holz betriebene Heizung befindet, können sich die Flammen rasch ausbreiten. Wegen der Rauchentwicklung wird beschlossen, dass drei umliegende Wohnhäuser evakuiert werden. "Betroffen waren insgesamt 15 Personen. Zum Teil hatten sie sich schon selbst in Sicherheit gebracht, zum Teil haben wir sie aus den Gebäuden herausgeholt", sagt Gemeindewehrleiter Sven Büchner. Die Bewohner werden zur Kellerwiese gebracht, wo sie von Mitarbeitern des Deutschen Roten Kreuzes betreut werden. Büchner und seine Mitstreiter können verhindern, dass die Flammen auf benachbarte Gebäude übergreifen. Verletzt wird niemand, die Bewohner können noch in der Nacht in ihre Häuser zurückkehren. Den Sachschaden schätzt die Polizei auf 17.000 Euro, zur Brandursache wird ermittelt.

Gegen 3 Uhr kehren die Feuerwehrleute ins Gerätehaus zurück, wo sie die Fahrzeuge wieder einsatzbereit machen. "Mitten in der Nacht kann man sich Schöneres vorstellen", konstatiert Sebastian Meyer. Gegen 4 Uhr ist er zu Hause. Die gute Nachricht für die Einsatzkräfte: Ein weiterer Alarm kam im Laufe des Mittwochs bis zum Redaktionsschluss am Abend nicht hinzu.

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