Flussputz: Grüne wollen Bachbett und Ufer sauber machen

Wie viel Abfall im Wasser schwimmt, wird durch die lange Trockenheit sichtbar. Doch bei der Reinigung gilt es einiges zu beachten.

Seit Monaten ist es warm, Niederschlag fällt selten, eine Folge: Die Chemnitz trocknet aus. An einigen Stellen führt der Fluss kaum noch Wasser, das Bachbett wird sichtbar. Jetzt kommt ans Licht, wie viel Abfall der Fluss mit sich führt - eine günstige Zeit, die Chemnitz von Unrat zu befreien, sagen die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft (AG) Schlossgrün von Bündnis 90/Die Grünen und meldeten einen Flussputz bei der Stadtverwaltung an, sagt Stadträtin und AG-Mitglied Christin Furtenbacher. Das Rathaus gibt grünes Licht: Das Betreten der Chemnitz und das Aufsammeln von Müll sei grundsätzlich nicht verboten, so ein Stadtsprecher. Der derzeitige Wasserstand biete sich dafür an.

Doch bevor es losgehen kann, gilt es Auflagen zu erfüllen. Grundsätzlich seien Putzaktionen genehmigungspflichtig, sagt Britta Andreas, Sprecherin der Landestalsperrenverwaltung (LTV). Die Behörde ist für die Unterhaltung des Gewässers zuständig. Zunächst muss ein Flussputz bei der Stadtverwaltung angezeigt werden. Darüber hinaus gilt es, weitere Zustimmungen wie die Erlaubnis zum Betreten des Gewässers vom jeweiligen Inhaber des Flussabschnittes einzuholen. Da zudem an und in den Flüssen Bauarbeiten stattfinden können, müsse sich der Organisator der Aktion um die Sicherheit während der Reinigung kümmern und etwa hohe Ufermauern ebenso beachten wie technische Anlagen, beispielsweise Wehre. Baustellen dürfen nicht begangen werden, so die Sprecherin. "Das Haftungsrisiko trägt der Veranstalter", so Sprecherin Andreas. Dieser müsse sich zudem um das Entsorgen des Mülls kümmern. Dabei dürfen Fluss und Randstreifen am Ufer nicht verschmutzt werden.

Die Stadtverwaltung werde Entsorgung und Abtransport des gesammelten Unrats nach Kräften unterstützen, teilt der Sprecher mit. Der Abfallentsorgungs- und Stadtreinigungsbetrieb ASR würde auf Anfrage Container stellen und die Abfälle entsorgen. Wertstoffhöfe kommen für den Fluss-Müll nicht infrage, da diese für das Anliefern haushaltstypischer Mengen aus der Bevölkerung vorgesehen sind, so der Sprecher. Doch die Verwaltung warnt auch. Flussputz sollte nicht über die Maßen erfolgen, "da dies immer einen unkontrollierbaren und zusätzlichen Eingriff in das sensible Ökosystem von Fließgewässern darstellt", betont der Sprecher. Deshalb sollten sich Interessierte vorher an das städtische Tiefbauamt oder die LTV wenden.

Generell ist für Unterhaltung und Sauberhaltung von Chemnitz, Würschnitz und Zwönitz die LTV zuständig, so der Stadtsprecher. Um kleine Flüsse wie Kappel- und Gablenzbach kümmert sich die Stadt.

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