Gewichtheber zeigt Stärke für Kinder

Ein Praktikant mit ganz viel Kraft, zwei Musiker auf Rod Stewards Spuren und ein Künstler im Kreis seiner Freunde.

Nikita Drechsel, Schüler am Andrégymnasium, machte sich in den vergangenen 14 Tagen als Praktikant für die Mädels und Jungs der Kindertagesstätte "Sonnenschein" stark. Das fiel ihm nicht schwer. Denn Nikita ist zweimaliger Deutscher Meister im Gewichtheben und damit der definitiv stärkste Praktikant, den die Einrichtung unter dem Dach der Chemnitzer Kindervereinigung bislang hatte. Als er sich am Donnerstag nach seinem Praktikum von seinen Knirpsen verabschiedete, zeigte er, dass er ein Fliegengewicht wie den vierjährigen Travis locker heben kann. "Die Kinder haben die Anwesenheit von Nikita sehr genossen", sagte Erzieherin Birgit Nickelsen. "Nicht nur, weil er die Kleinen auf Händen getragen hat, sondern weil er mit ihnen viel Sport gemacht und gelacht hat." Nikita selbst wurde vor vielen Jahren in der Kita an der Hohen Straße betreut. "Nun könnte ich mir vorstellen, mich in meiner beruflichen Laufbahn mit Kindern zu beschäftigen." Bis es soweit ist, wird er seine Freizeit allerdings mehr im Athletenclub in Reichenbrand als im Kindergarten auf dem Kaßberg verbringen. "Ich will zunächst meine sportliche Karriere vorantreiben", sagte er. Schiefe Blicke wegen seines "unmännlichen" Praktikums gab es in der Schule für Nikita übrigens nicht. "Nö, mein Banknachbar macht sein Praktikum schließlich ebenfalls in einer Kindertagesstätte."

Marco Wölfer, Musiker auf den Spuren von Rod Steward, heizte gestern den Besuchern im Chemnitz-Center ein. Gleich dreimal sprang er mit seinem Kollegen Mazze Wiesner auf die extra aufgebaute Bühne im Mittelpunkt der Einkaufsstraße. Gemeinsam stellten sie die Höhepunkte ihrer Show "Mr Rod" vor, mit denen sie und ein ganzes Musikerteam am 5. März die Bühne in der Stadthalle rocken. "Klasse, den Leuten hier schon mal einen Vorgeschmack auf unsere große Performance geben zu können", freute sich Marco Wölfer gestern. Nur war es eben bisschen kalt beim Konzert unter freiem Himmel. Mit dickem Schal um den Hals und Hut auf der verstrubbelten Steward-Frisur versuchte er sich so gut es ging aufzuwärmen. Wie schön war da der vergangene Trip nach Asien, den Wölfer und Wiesner über Silvester mit ihrem Programm auf einem Kreuzfahrtschiff absolvierten. Ihr Auftritt im Chemnitz-Center war übrigens nur der Auftakt einer Konzertreihe mit regionalen Musikern, die Top-Stars Tribut zollen wollen. Im März wird Musiker Martin Schmitt eine Hommage an Udo Jürgens vortragen, im April sein Kollege Heiko Weiß wie Udo Lindenberg rocken.

Karl-Heinz Richter, Künstler, öffnete am Donnerstag die Türen zu seinem Atelier auf dem Gelände des Sportforums. Der Bildhauer hatte 70. Geburtstag, beging diesen ohne große Party und viel Tamtam, dafür im Kreise lieber Freunde, die in seine Kunsträume stiefelten und locker mit ihm anstießen. So kam es, dass Richter mit Kollegen wie Osmar Osten und Klaus Süß oder dicken Kumpels wie Theaterfördervereins-Chef Johannes Schulze und Rotary-Hilfswerk-Präsident Klaus Staschik morgens um 11 Uhr gemütlich zusammensaß - Brötchen, Gulaschsuppe und Schokokuchen schmausend. Dass dabei rundrum dralle Weiber und fette Engel saßen und standen störte niemanden - gehört bei "Karli" ja dazu. Bekannt wurde der Grafiker und Bildhauer mit genau diesen dicken Keramikfiguren. In einem Interview mit der "Freien Presse" sagte er vergangene Woche: "Älter werden ist einfach scheiße. Es kann mir keiner etwas anderes erzählen. Man bekommt vor Augen geführt, dass das Leben endlich ist." Mag sein, aber mit Freunden im Umfeld ist Älterwerden vielleicht nicht ganz so doof.

Gabriele Pabstmann (Foto), Designerin und Pädagogin, ist neue Chefin des Chemnitzer Spielemuseums. Bereits im vergangenen Jahr arbeitete sie erstmals für das Haus, damals noch als freie Mitarbeiterin beim Aufbau des außerschulischen Bildungsangebotes "Wir spielen immer". "Als ich dann hörte, dass der Leitungsposten frei wurde, bewarb ich mich darum", sagte Pabstmann, die aus der fränkischen Stadt Hof stammt. Sie lebt seit 20 Jahren mit Mann und drei Kindern zwischen 14 und 19 Jahren in Chemnitz. Klar spiele sie selbst gern, sagt sie. "Am liebsten Memory und Strategiespiele."

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