Kriminelle räumen Tresor in Jugendklub aus

Fast 5000 Euro haben die Diebe aus einem Safe gestohlen. Die Täter kannten sich in der Callenberger Einrichtung offenbar gut aus, was Fragen aufwirft.

Callenberg.

Eigentlich wollte Philipp Unger nur sein Handykabel holen, das er im Callenberger Jugendklub vergessen hatte. Nachdem der 29-Jährige aber am Mittwochvormittag die Räume durch den Keller betreten hatte, wartete eine böse Überraschung auf ihn. "Die Fenster waren geöffnet und die Tür zum Büro aufgebrochen", berichtet der Klubchef.

Umgehend suchte Philipp Unger den Tresor auf, der sich gut ver-steckt unterhalb der Bar befindet. Hier hatten die Klubmitglieder etwa 4700 Euro eingelagert - die Einnahmen einer Oktoberfestveranstaltung vom Wochenende zuvor, zu der mehr als 200 Besucher gekommen waren. Den Tresor fand Unger aufgeschlossen vor. Das komplette Geld war verschwunden. "Für uns alle war das ein Riesenschock."

Phillip Unger informierte die Polizei. Kripo-Beamte untersuchten daraufhin den gesamten Tatort kriminaltechnisch. "Dabei wurden Spuren gesichert, die nun ausgewertet und anschließend den Ermittlungen zugeführt werden", sagt Polizeisprecher Christian Schünemann am Freitag. Ergebnisse stünden jedoch noch aus. Tatverdächtige gebe es momentan keine, die Ermittlungen gingen in alle Richtungen.

"Es muss jemand sein, der sich hier sehr gut auskennt", vermutet Klubchef Unger. Denn nicht nur wussten die Einbrecher, dass der Tresorschlüssel im Büro hing, das sie zuvor aufgebrochen hatten. "Selbst viele unserer Klubmitglieder kannten den Standort des gut versteckten Tresors nicht", stellt Unger fest. Andere hätten nicht einmal gewusst, dass der Tresor überhaupt existiert. "Und nur unsere Vorstandsmitglieder haben Geld in dem Safe deponiert."

20 bis 25 ehrenamtliche Mitglieder arbeiten für den Jugendklub. Fünf bis sechs öffentliche Veranstaltungen gibt es dort im Jahr. "Auch außerhalb der Veranstaltungen kann jeder kommen, der will", sagt Klubchef Unger, der aktuell mit der Versicherung verhandelt. Zu den gestohlenen 4700 Euro kommen 1000 Euro Sachschaden hinzu. Ein Großteil der entwendeten Summe war dafür gedacht, die Getränkelieferanten und DJs vom Oktoberfest zu bezahlen. Der seit der Wende bestehende Klub an der Callenberger Hauptstraße könnte durch den Einbruch in Existenznot geraten, befürchtet Unger.

Doch so schnell wollen die Klubmitglieder nicht aufgeben. Eine für den 2. November geplante Halloweenfeier etwa solle nicht abgesagt werden. "Wir überlegen aber, eine Benefizveranstaltung für den Klub daraus zu machen", sagt Unger. Der Getränkelieferant habe bereits angeboten, die Frist für ausstehende Rechnungen zu verlängern. Einige Mitglieder hätten sich bereit erklärt, in die eigene Tasche greifen, um den Klub am Leben zu erhalten. Sicher ist für den Chef aber eines: "Unsere Einnahmen werden wir nicht mehr im Klub lagern."

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