Künstliche Intelligenz soll in der Pflege helfen

TU forscht an Netzwerken für die Unterstützung älterer Menschen

Die Folgen des Älterwerdens durch künstliche Intelligenz abmildern, das ist das Ziel eines interdisziplinären Forschungsprojektes unter Leitung von Professor Dr. Gangolf Hirtz von der Professur Digital- und Schaltungstechnik an der Technischen Universität (TU) Chemnitz. Konkret geht es den Wissenschaftlern laut Hirtz darum, ältere Menschen in deren eigenem Zuhause zu unterstützen und sie an wiederkehrende Alltagsaufgaben zu erinnern. Das sei besonders bei Frauen und Männern wichtig, die diese Aufgaben aufgrund einer eingeschränkten geistigen Leistungsfähigkeit vergessen.

Systeme aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz sind nach den Angaben der TU bereits in verschiedenen Gebieten im Einsatz, darunter in der medizinischen Bildauswertung, im öffentlichen Sicherheitssektor oder beim autonomen Fahren. Wie der Professor erklärt, gebe es zum Beispiel bereits Verfahren, die Personen erkennen können. Sie leiteten aber keine individuellen und krankheitsspezifischen Handlungsempfehlungen ab. Das sollen auf künstlicher Intelligenz beruhende Algorithmen künftig leisten. Im Rahmen des Forschungsprojektes sollen diese so weiterentwickelt werden, dass das System ältere und allein lebende Menschen in deren Wohnung zum Beispiel daran erinnert, sich regelmäßig zu bewegen, Medikamente einzunehmen, zu trinken. Im Notfall soll das System auch in der Lage sein, einen Notruf abzusetzen, etwa wenn der Bewohner gestürzt ist.


Die Unterstützung der Pflege durch Assistenzsysteme, die auf künstlicher Intelligenz basieren, sei im Hinblick auf den demografischen Wandel und in Verbindung mit dem Mangel an Pflegepersonal naheliegend. Für das Projekt ist die TU laut Hirtz gerüstet, verfügt sie doch unter anderem um eine Laborwohnung, in der verschiedene Funktionen des zu entwickelnden Systems getestet werden können. Anschließend könne das System in das Living-Lab, einer altersgerechten Wohnung in der Nähe der Universität, überführt werden.

Das sächsische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst fördert das Forschungsprojekt nach TU-Angaben über eine Laufzeit von zwei Jahren mit insgesamt 1,4 Millionen Euro. Nicht zuletzt soll die Arbeit daran auch der Weiterentwicklung von Methoden und Kompetenzen im Bereich künstliche Intelligenz an der Universität dienen.

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