Landkreis will Schulen mit W-Lan ausstatten

Landrat führt Gespräche mit Schulleitern über digitalen Unterricht

Zwickau/Limbach-O..

Auf dem Weg in das digitale Zeitalter sollen die Schulen nicht den zweiten Schritt vor dem ersten machen. Davor hat Landrat Christoph Scheurer (CDU) kürzlich die Leiter sämtlicher Schulen gewarnt, die sich in Trägerschaft des Landkreises befinden.

Scheurer hatte die Direktorinnen und Direktoren eingeladen, um sich mit ihnen zu besprechen - aber auch, um sie zu beschenken. Dabei hätte man denken können, dass er selbst einen Schritt zu schnell unterwegs ist, denn zur Debatte über die anstehende Digitalisierung in den Bildungseinrichtungen hatte er ausgerechnet 80 Tablets in blaue Beutel verpackt. Dabei hatte er kurz zuvor noch gesagt: Das Geld, das der Freistaat für die Digitalisierung in Aussicht gestellt hat, soll dazu genutzt werden, um die technischen Infrastrukturen der Schulen zu ertüchtigen, damit später Geräte wie Tablets überhaupt genutzt werden können.


Daran hält er auch fest: "Die Tablets sind für die Lehrer gedacht", betonte Scheurer. Sie sollen sich mit der Materie befassen und recherchieren, mit welchen Programmen und Medien sie im Unterricht arbeiten wollen. Bis zum Ende des Jahres erwartet er von den Schulen ein Pä-dagogisches Konzept zur Digitalisierung, dann will der Kreis seinerseits ein Konzept erarbeiten und das bis Ende Juni 2020 an den Freistaat weiterleiten, der 3,6 Millionen Euro überweisen soll. Das Geld ist für sämtliche Schulen im Kreis gedacht.

Im Zwickauer Berufsschulzentrum für Bau- und Oberflächentechnik, das eine Außenstelle an der Hohensteiner Straße in Limbach-Oberfrohna unterhält, mangelt es noch am W-Lan. "Sonst ist unsere Schule schon sehr gut saniert", sagte Schulleiter Andreas Häckel, der sich vorstellen kann, selbst digitale Medien wie Lehrfilme von Youtube für den Unterricht zu nutzen. Es sei auch denkbar, für Prüfungen Tablets zu nutzen. "Aber dafür muss noch Rechtssicherheit geschaffen werden", sagte er. Denn es müsse sicher sein, dass niemand von außen auf die Geräte Zugriff hat und dass die Schüler nicht spicken können.

Ein Unterricht, bei dem die Schüler nicht mehr in die Schule kommen - das halten beide Direktoren nicht für sinnvoll. "Da fehlt das kollegiale Zusammenarbeiten", sagte Katrin Eidner. Es sei denn, schränkt der Landrat ein, es handelt sich um einen Schüler, der sich den Fuß gebrochen hat - dann könne der Unterricht via Internet sinnvoll sein. Doch ohne gute Basis, so fügte Scheurer noch hinzu, funktioniert nichts davon.

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