Lebenslang für Mord an Ex-Freundin

Wenige Stunden nach dem Beziehungs-Aus griff ein Chemnitzer zum Küchenmesser. Sein Opfer hatte keine Überlebenschance.

Bernsdorf.

In einer großen Blutlache und mit tiefen Messerstichen in Hals und Nacken lag die 31-jährige Lehrerin in ihrem Bett - so schilderte der Rechtsmediziner den Tatort, die Wohnung der alleinerziehenden Mutter in der Wittenberger Straße in Bernsdorf. In der Nacht zum 8. Oktober 2018 war der Pathologe nach Chemnitz gerufen worden, um den Leichnam zu untersuchen. Am Freitag sagte der Mediziner vor dem Landgericht aus. 18 Wunden, bis zu elf Zentimeter tief und durch ein Küchenmesser verursacht, habe er festgestellt. Nachdem ein Stich das Rückenmark verletzt hatte, sei Gegenwehr kaum möglich gewesen. Er sagte, dass die Frau aufgrund der Schwere ihrer Verletzungen keine Überlebenschance hatte. "Der Blutverlust war zu groß."

Der 31-jährige Angeklagte berichtet, dass sich seine Freundin am 7. Oktober nach langjähriger Beziehung endgültig von ihm getrennt habe. Er äußerte sich erstmals vor Gericht. Er sei verzweifelt gewesen, habe abends einen Abschiedsbrief geschrieben. Gegen 24 Uhr sei er in die Wohnung seiner Ex-Freundin gegangen, einen Türschlüssel hatte er noch, und habe die Tat begangen. Die Frau schlief zu dem Zeitpunkt, ihre Tochter war nicht zuhause. Er bereue sein Verhalten zutiefst, sagte der studierte Historiker. "Die Tat ist durch nichts zu entschuldigen." Warum er die Frau getötet habe, könne er nicht sagen. "Ich war nicht mehr Herr meines Verstandes." Zudem sei er durch die Tat so schockiert gewesen, dass er sich nicht wie geplant habe umbringen können. Er habe sich oberflächliche Verletzungen mit einem Messer zugefügt, sagte der Rechtsmediziner. Er sagte, der Angeklagte habe nach der Tat sehr ruhig, relativ gleichgültig gewirkt. In seinem Abschiedsbrief, der verlesen wurde, schreibt der Mann, dass er innerlich zerstört sei. Der psychologische Gutachter bezeichnete den Angeklagten als emotional kühl, sachlich und rational. Er sei ohne Vater, bei einer emotional labilen Mutter aufgewachsen. Das sei entwicklungsprägend gewesen. Er habe jedoch keine Störung.


Für die vorsitzende Richterin gab es keinen Zweifel: Der Angeklagte habe die Tat tückisch und hinterhältig begangen. Sie verurteilte ihn wegen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe. Das Urteil ist rechtskräftig; Staatsanwaltschaft, Nebenklage und Verteidigung erklärten noch im Gerichtssaal, auf Rechtsmittel zu verzichten.

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