Lindholz: Verdächtiger Iraker hatte zwei Identitäten

Chemnitz/Baden-Baden (dpa) - Der nach dem tödlichen Messerangriff in Chemnitz festgenommene Iraker hatte sich nach Angaben der Vorsitzenden des Bundestags-Innenausschusses, Andrea Lindholz (CSU), zwei gefälschte Identitäten zugelegt. «Ich weiß, dass er mit zweifach gefälschten Papieren unterwegs gewesen ist und dass sich der Mann zweimal in die Niederlande abgesetzt hat und auch mit zwei Identitäten unterwegs gewesen ist», sagte Lindholz am Freitag «SWR Aktuell».

Die CSU-Politikerin sieht Versäumnisse bei der Ausländerbehörde in Chemnitz. Denn obwohl das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) die Rücküberstellungspflicht bereits am 1. Juni 2016 festgestellt habe, sei diese nicht fristgerecht erfüllt worden. In der Ausländerbehörde «hätte man innerhalb von sechs Monaten die Rücküberstellung nach Bulgarien vornehmen müssen. Wieso das in den sechs Monaten der Ausländerbehörde Chemnitz nicht gelungen ist, das kann ich heute nicht sagen», sagte Lindholz.

Auch der «Spiegel» berichtete am Freitag, dass eine Untersuchung des Bamf ergeben habe, dass zwei der von dem Mann vorgelegten Personaldokumente «Totalfälschungen» seien. Das Bamf äußerte sich zunächst nicht zu dem Bericht.

In der Nacht zum Sonntag soll der 22-Jährige zusammen mit einem 23 Jahre alten Asylbewerber aus Syrien bei einer Messerattacke einen 35-Jährigen getötet und zwei weitere Männer verletzt haben. Nach der Tat zogen überwiegend rechte Demonstranten durch die Stadt und hetzten gegen Ausländer.

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1Kommentare
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  • 3
    0
    aussaugerges
    09.09.2018

    Oft auch bis zu 7 wie Amri.
    Ist nur meine Meinung.



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