Nach Debatte um Standort: Räte beschließen Spielplatz-Bau

Um das Projekt in Oberfrohna hatte es im Vorfeld Diskussionen gegeben. Anwohner betrachten das Vorhaben des Rathauses kritisch. Die Lokalpolitiker stimmten aber dafür - mit einer Ausnahme.

Limbach-Oberfrohna.

Wenn alles nach Plan läuft, könnte Oberfrohna im Mai nächsten Jahres einen echten Hingucker bekommen. Mit großer Mehrheit hat der Stadtrat am Montagabend für den Bau eines Spielplatzes auf einer Brachfläche an der Ecke Straße des Friedens/Frohnbachstraße gestimmt. Die offizielle Bezeichnung lautet Kreativ- und Verkehrsgarten, da ein Mix aus Spiel- und Verkehrsübungsplatz angestrebt wird.

"Das ist ein besonders spannendes Projekt, weil es mehrere Bereiche vereint", sagte Landschaftsarchitekt Sebastian Fauck vom Dresdner Architekturbüro Rehwaldt, das mit den Planungen beauftragt wurde. Er und seine Kollegen sind deutschlandweit tätig, haben bereits Spielplätze in Berlin und den größten in Thüringen gebaut. Bei ihren Vorhaben verfolgen sie stets ein pädagogisches Konzept, das unter anderem soziale und ästhetische Bildung beinhaltet. "Wir wollen etwas für kleine und große Kinder, für starke und schwache schaffen", erklärte Sebastian Fauck den Stadträten während der Sitzung.

Im Idealfall weisen die Spielplätze einen Bezug zum Ort auf. Als sich das Architekturbüro mit Limbach-Oberfrohna beschäftigte, sei das Team schnell auf die Vermächtnisse der Textilindustrie gestoßen. "Wir haben von der Handschuhwirkerei erfahren und da war die Idee geboren, einen Kletterhandschuh auf den Spielplatz zu setzen", erzählte Fauck. Dabei soll es sich um ein Konstrukt aus Holz handeln, das am oberen Rand fünf lange Pfähle aufweist, die einer Hand nachempfunden sind. Ein weiteres Klettergerüst soll an einen Fitz erinnern, also an ein Gewirr aus Fäden. Neben diesen eher ausgefallenen Spielgeräten sollen aber auch Klassiker wie ein Sandkasten, eine Wippe und eine Schaukel Platz auf dem Areal finden. Als Rohstoff für die Spielgeräte sollen Eichen- und Robinienhölzer dienen. Sie seien besonders robust und dürften mindestens 15 Jahre halten, prognostizierte Landschaftsarchitekt Fauck.

Der Kreativ- und Verkehrsgarten soll auch von den Kindern der Kita Bärenstark an der Heinrichstraße benutzt werden. Das Gefälle von dort in Richtung Spielplatz soll für zwei Seilbahnen genutzt werden. Die Einfahrt zu dem Platz erfolgt planmäßig über die Frohnbachstraße. Daran schließen sich Parkplätze und der Verkehrsübungsplatz an. Mit Blick auf die genaue Gestaltung der Verkehrsanlage sei man mit der Verkehrswacht Chemnitz im Dialog, so Fauck. Der Baustart soll im September dieses Jahres erfolgen.

Die 430.000 Euro teure Baumaßnahme soll nicht nur eine unansehnlich Brachfläche verschwinden lassen, sondern auch eine Lücke schließen: Von den 13 öffentlichen Spielplätzen in der Kommune befindet sich keiner im zweitgrößten Stadtteil Oberfrohna. Um den konkreten Standort hatte es zuletzt Diskussionen gegeben. Anwohner hatten auf den relativ starken Verkehr auf der Frohnbachstraße verwiesen. Zudem befürchten sie, dass Lärm von dem Areal ausgehen könnte, etwa wenn sich dort abends Jugendliche treffen. Trotzdem war das Votum im Stadtrat deutlich: Bei 23 Ja- gab es nur eine Nein-Stimme. Diese kam von Gerd Härtig (Freie Wähler). Er nannte die ungünstige Verkehrslage als Motiv. Grundsätzlich sei er für das Projekt Spielplatz in Verbindung mit Verkehrsübungsplatz, betonte er. Er favorisiere allerdings ein Alternativ-Areal zwischen Gerhart-Hauptmann-Schule und Jahnhaus. Doch dieser Vorschlag fand keine Mehrheit.

Stadtrat Jürgen Blume (Linke) sprach von einem "echten Anziehungspunkt", der in Oberfrohna geschaffen werde. Man sollte sich allerdings Gedanken um die Parkplatzsituation machen, mahnte er. Die Stellplätze für Autos, die auf dem Areal vorgesehen sind, würden nicht ausreichen. "Vielleicht kann man mit dem Diska-Markt gegenüber eine Vereinbarung treffen", schlug Blume vor. Hilmar Steinert (Freien Wähler) entgegnete, dass der Diska-Parkplatz bereits durch die Kunden stark frequentiert sei. Er könne das im Alltag stets beobachten, da seine Firma auf der Frohnbachstraße liegt. Tilo Grosch (Freie Wähler) regte an, nach der Fertigstellung des Kreativ- und Verkehrsgartens eine Fußgängerampel aufzustellen, damit Kinder und Eltern sicher über die Straße gelangen.

Anja Sonntag (Freie Wähler) schlug indes vor, die Kinder der Gerhart-Hauptmann-Schule zu Paten für den neuen Spielplatz zu machen. "So entsteht eine Verbundenheit zu dem Platz und sie halten ihn vielleicht sauber und ordentlich", sagte sie. Gabriele Hilbig (CDU) sieht in dem Kreativ- und Verkehrsgarten eine Begegnungsstätte für verschiedene Generationen. Nicht nur Kinder und Familien, sondern auch ältere Bürger würden sich über den Ort zum Verweilen freuen. "Für sie sollte man an bequeme Bänke denken", so Hilbig.

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